Marokko - Usingen

Veröffentlicht auf von Die Schlappmueller

 

26.2.2010



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Gestern morgen haben wir uns dann von Ralf und Iris getrennt und sind mit Inge und Filip gen Nordosten gefahren. Zuvor mussten wir jedoch nochmal zu dem Metzger vom Vortag, von dem wir das Camel-Hackfleisch bekommen haben. Er erkannte uns auch promt wieder und wir erhielten superzarte Camelsteaks. Fleisch kann man hier wirklich unbedenklich kaufen, auch wenn es für Europäer etwas befremdlich erscheint, wenn man die offenen Markstände sieht, bei denen das Fleisch auch mal in der Sonne hängt.

Camelfleisch und Rinderfleisch macht das nichts, wir haben uns hier mit einem österreichischen Metzgermeister lange unterhalten. Schwein gibt es hier nicht und Hühner werden frisch geschlachtet. Der Umsatz bei einem Metzger ist hier auch enorm hoch. Wenn man sich mal die Zeit nimmt, und im gegenüberliegenden Café das Treiben beobachtet, dann sieht man wie rasant sich das Fleisch verkauft und frische Ware aus dem Kühlraum nachgelegt wird.

Uns schmeckt es prima und wir haben keinerlei Beschwerden am Folgetag.

 

Wir fahren gen Norden nach Tiznit und folgen den Serpentinen in den Anti-Atlas. Die Landschaft errinnert an Spanien, terrassenartige Felder sind mit Steinwällen eingefriedet und die ersten Mandelbäume zeigen ihre zart rosanen Blüten. Die Bergstrasse ist zwar nicht als Panoramastrasse ausgewiesen, hätte es aber durchaus verdient !

In Tiznit halten wir uns östlich gen Tafraoute, als uns Inge und Filip auf ihren Motorrädern einholen, sie waren noch etwas länger in Gouelmim geblieben.

Da es schon Nachmittag ist, überlegen wir, ob wir die Passstrasse noch angehen sollen, oder in einem der wunderschönen Palmen-Täler ein Übernachtungsplätzchen suchen. Bis Tafraoute sind es noch 75 km - und das durch steile Bergzüge.

 

Filip fährt mit der BMW vor und findet ein idyllisches Plätzchen auf einem Bergplateau mit einem wunderschöenn Blick in eine Palmenoase und mit einem Brunnen.

Das Wasser sieht super aus, klar und geruchslos - aber als Amboss meinte, im oberen Auffangbecken ein Bad zu nehmen und wir ihn aus dem tiefen Becken bergen müssen, sehen wir darin tote Schafe und schliessen daraus erstmal den Gebrauch des ggf verkeimten Wassers aus. Amboss durfte nun erneut ein Bad mit Babyshampoo geniessen ....

 

Heute sind wir recht zeitig losgefahren und haben uns an einem GPS Treff-Punkt verabredet, damit die Motorradfahrer die kurvenreiche Passstrasse geniessen können.

Über den Col der Kerdous zieht sich eine der schönsten Strassen des Gebirgszuges, wunderschöne Felsenlandschaften mit pittoresken alten Dörfern in den Hängen, freundliche Menschen grüssen uns vielerorts und wir geniessen die Fahrt bei gut 25 Grad und Sonne. Tafraoute liegt auf 1000m Höhe und ist eine Dattelpalmenoase umgeben von runden Felsblöcken. Im Dorf fahren wir unbeabsichtigt eine Abfahrt zu früh in die bizarren Granitberge und gelangen auf eine sehr schöne Piste - in der eine unscheinbare Pfütze unser komplettes rechtes Vorderrad bis zur Stoßstange versenkt, so daß das linke Hinterrad hochsteht. Ich kann nicht mehr aussteigen, sonst hätte ich gerne ein Foto gemacht. Durch den Schlag hat sich eine Alukiste mit Ersatzteilen vom Dach gelöst und ein Wasserrohr verschoben, was aber zunächst zweitrangig war....hier herauskommen war oberste Priorität - und wurde auch dank Sperren und Geländegang gemeistert.... bis zum Trittbrett war alles verschlammt.

 

Wir fuhren weiter in ein sehr malerisches Tal - in der Hoffnung zu Fuss zu den bemalten Felsen zu gelangen - aber das war zu weit, wie wir nach einem wunderschönen einstündigen Spaziergang durch die Schlucht feststellen mussten. Aber der hat sich sehr gelohnt ! In diesem Moment rief Filip an, sie seien jetzt am Treffpunkt, er komme uns entgegen. Der belgische Maler Jean Vérame bemalte hier die bis zu 30m hohen Felsen in den Farben Blau, Schwarz, Violett und Rot im Einklang mit der Natur 1986.

Es entstand eine "Phantasmagorie" von 2000 auf 800m mit 20.000kg Farbe, die nach alten ägyptischen Rezepten hergestellt wurde. Die Farben sind mittlerweilen von der Witterung sehr verblasst und werden leider mehr schlecht als recht nachgetüncht... Auf dem Weg dorthin verliegen wir auf der sehr holprigen Piste besagte Alukiste vom Dach und es verbiegt sich dadurch der gesamte Gepäckträger ... ups .... das Wasserrohr auf dem Fach hängt ebenfalls neben der Reeling und hält auch nur aus Liebe ...

 

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Naja, kleine Verluste gibt es immer wieder ;o)

 

Wir finden einen sehr schönen schattigen Stellplatz und treffen in unmittelbarer Nähe noch weiter Offroad-Trucks, Mercedes 911er Rundhauber mit netten Globetrottern und ihren Hunden. Dank der Fachkenntnis des einen Fahrers - Zoologe - können wir auch wenig später den gelben Skorpion identifizieren und platzieren seinen Stein, unter dem er wohnt, etwas weiter von uns und den Hunden entfernt - der "gelbe Dickschwanz"  zählt zu den gifigsten Skorpionen Marokkos ... für Hunde und Menschen zwar nur um einiges mieser als ein Wespenstich, aber nicht tödlich. Wir finden des weiteren noch einen kleine Skorpion und die 2m lange Haut einer Schlange - worüber wir uns freuen, denn das zeugt von einem sehr intakten Ökosystem.



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Filip war unterdessen noch mal im Ort einkaufen und hat neben frischem Baguette auch Fleisch und BIER besorgen können (letzteres aus einem Hotel, denn in Supermärkten gibt es keinen Alkohol, nur in den Grosstädten).

Wir sind ihm sehr dankbar, denn unsere letzte Ration war bereits am Vortag geleert.

 

Inge kocht ein superleckeres Gericht und wir geniessen den idyllischen Abend zusammen am Lagerfeuer. Jetzt wissen wir auch, warum die paar kleinen Äste so lichterloh brannten und uns ein immenses Feuer bescherten: es waren die Äste des Arganbaumes - dem ölhaltigen Baum, aus dessen Früchten das hier so bekannte und kostbare Arganöl gepresst wird.

 

27.2.2010

 

Filip und Inge wollen weiter nach Osten zum Erg Chebbi, den tollen Sanddünen, und unser Weg geht gen Norden Richtung Agadir.

 

Wir trennen uns nach einem gemütlichen Frühstück und begeben uns wiederum auf gigantische Bergstrassen und durchqueren wunderschöne Landschaften. Aus den Angaben im Reiseführer kommt es gar nicht so deutlich hervor, wie schön der Antiatlas ist ! Die Strasse ist fast genauso breit wie unser Magirus, Gott sei Dank gibt es heute kaum Gegenverkehr für einen Samstag...aber an einigen Stellen wird es sehr eng, denn diese Passhöhen waren vor einigen Tagen noch nicht befahrbar, da die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter in den Bergen nicht voran ging. Vielerorts konnte man erahnen, wie hoch die Wassermassen standen wdelche Kraft sie hatten, denn Schwemmgut und Schlammlöcher, abgebrochene Hänge und Steinrutsch zeugten von diesen Urgewalten.

Am Hang sahen wir immer wieder Arganbäume und viele Ziegen, die in den Bäumen herumkletterten um die leckeren Früchte zu erhaschen.

 

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Wir gelangen in die Region der "Illalen" einer Konföderation von 18 Berber-Stämmen, die hier Getreidespeicher besitzen.

Auf einem Felsen zu Linken erhob sich malerisch auf einem Tafelberg kreisförmig das Dorf und der grosse Getreidespeicher Agadir Tislan.

Nach mehreren Stunden durch diese wunderschöne Landschaft kommen wir nach Agadir - es ist ein wahrer Kulturschock. Die Touri-Stadt ist übervoll und errinnert an die Costa Brava oder El Arenal .... Hotelburgen, Souvenierläden, Restaurants, Discos, ..... wir suchen eigentlich nur den Marjane-Supermarkt, um einzukaufen und eine Palette marokkanisches Bier zu erwerben - letzteres ist allerdings nicht möglich, denn es ist König Mohammeds Geburtstag - ein Feiertag also, da wird kein Alkohol verkauft. Hmm...

 

Wir fahren aus der Touri-Hochburg geradewegs wieder raus, aber es folgen viele Touri-Orte entlang der Surfer-Küste. Wir sehen einen Wildcampingplatz, von dem es eigentlich heisst, man werde dort von der Gendarmerie Royale verjagt - aber die haben am Feiertag soviel zu tun, daß wir dort mit weiteren Campern stehen können.

Wir treffen auf Oliver und Helmuth, 2 Österreicher, die wir bereits am Plage Blanche getroffen hatten (www.oliver.co.at ) und gesellen uns zu ihnen. Auf dem Camp können wir sogar von einem Engländer eine Palette Bier kaufen - billiger als im Marjane ;o)

 

28.2.2010

 

Grundsätzlich wollen wir in den Norden, aber als Oliver beim Frühstück den Arganöl-Bauern erwähnt, der sehr gute Qualität 100% Bio-Öl verkauft, zu dem er wiederholt fahren will, schliessen wir uns an. Allerdings wissen wir alle nicht, inwieweit die Strassen wieder passierbar sind, um nach Immuzzer und ins Paradise-Palm-Valley zu gelangen und zu den Cascaden-Wasserfällen.

Bis zum Argan-Bauern ist die Strasse halbwegs ok. Er freut sich über Olivers erneuten Besuch, macht umgehen Feuer und bereitet uns aus frisch gepflücktem Thymian einen leckeren Tee. Zusammen mit ihm trinken wir Tee, essen Brot mit Arganhonig und Arganöl und helfen ihm beim Abfüllen des Öls, denn wir wollen 5 Liter mitnehmen.

Er filtert das Öl durch einen Farbfeinfilter, wie Jens sie zum Autolackieren benutzt. Er hüte diesen Filter seit 2 Jahren, wie einen Schatz, erzählt er, denn er kann solche hier nirgends finden. Als ich ihm erkläre, daß Autolackierereien in Agadir diese haben müssten, freut er sich, denn er wußte nicht, was das für ein toller Filter war. Wir hatten noch einen Dauer-Melittafilter (Mehrweg-Feinsiebfilter) im Wagen, von dem wir uns hier echt gerne trennten und dieses "Cadeau" machte den Bauern sichtlich glücklich. Als Dank suchte er für mich eine Fossilienkette und ein kleines kosmetisches Arganölfläschchen .... er war wirklich glücklich und dankbar.

 

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 Wir fuhren weiter Richtung Immuzzer - allerdings ließ ein Autostau vor einer Brücke uns schon zweifeln, inwiefern die Strasse passierbar war .... wir fragten und erhielten diverse Antworten von "Unmöglich" bis "Vielleicht" bis "probierts einfach" .... na toll .... ;o)

 

Die Brücke hatte bereits strark gelitten, wie man sehen konnte, denn die Metallgeländer waren aus den Verankerungen gerissen und angeschwemmtes Treibgut steckte noch drin ... wenige 100m weiter war die Strasse seitlich zum Fluß hin abgebröckelt und wir mussten viel rangieren, um den Gegenverkehr passieren zu lassen .... ich fragte einen Fahrer des Gegenverkehrs, der bestätigte, daß in 5km die Strasse komplett weggebrochen sei und es keine Wendemöglichkeit mehr gäbe. Hmm .... wir liefen ein Stück voraus und sahen nun ein, daß wir entweder rückwärts raus müssen, oder wenden an der gerade mal Fahrzeuglänge entsprechenden Stelle - was vielfaches hin und her bedeutete .... Oliver begann und ermutigte uns, ihm gleichzutun - für Jens eine arge Plackerei, denn mit LKWs fast im Stand zu wenden ist nicht witzig ....

Wir hatten viele Zuschauer ... aber nach kurzer Zeit war das Wendemanöver perfekt und wir fuhren die schönen Serpentinen zurück zur Küstenstrasse. Oliver und Helmuth blieben am Strand, wir wollten gen Norden nach Essaouira. Entlang der Surfer-Küste führt eine superschöne Strasse, die sonntags auch kaum von grossen LKWs befahren wurde, was es in den Spitzkehren immer angenehmer macht ...

 

Dank Annette & Pits Marokko-Geheimtipps kamen wir noch vor Sonnenuntergang auf einen wunderschönen Campingplatz in der Nähe von Essaouira mit den besten warmen Duschen und einem schönen Pool in sehr ruhiger Lage und idyllischem Ambiente und das für nur 70Dh !

 

1.3.2010

 

Jens überprüft nochmals vor der Weiterfahrt alle Öle und wir schmieren den Wagen ab. Wir verlassen den CP erst gegen Mittag, und versuchen die Piste zu finden, die uns unser Navi gestern empfohlen hatte.... hm 17km ging es durch malerische Landschaft, dann durch eine Flußdurchfahrt ... und dann verwiesen Baumaschinen und nette Berber auf eine nicht weiterführende Strasse gen Norden ... wir mussten uns erneut den von Wassermassen abgeschnittenen Strassen zur Umkehr bewegen lassen.

Aber schön wars trotzdem.

Gen Casablanca fuhren wir sodann bis El Jadida auf einer sehr schönen Alleen-Strasse, gut ausgebaut und recht leer ... dadurch hatten wir das Vergnügen, 2 nette Gernarmerie-Royale-Wachtmeister zu treffen, die uns mit 14km/h zu schnell geblitzt hatten - und das mit einem stolz präsentierten dutschen Radarhandgerät ... 400DH hiess es. Naja, dann werden wir das wohl zahlen müssen, dachte ich mir und hatte sodann ein nettes Gespräch über die tollen deutschen Radargeräte, über die schicken BMW-Motorräder etc.... wir lachten viel und sie waren so begeistert, daß wir nicht nur zahlungswillig waren, sondern auch gerne auf eine Quittung verzichteten (das Quittungs-Buch war dick !!! ), daß sie mir prompt 200 Dirham zurückgaben und uns vor weiteren Blitzern auf den folgenden Kilometern warnten. 

Wir fuhren nun aus Interesse mal auf die neue Autobahn für die letzten 70 Km Strecke bis Casablanca - immerhin eine Mautstrasse, die uns 2,50€ kostete ;o)

Wir erreichten so auch recht zügig den Campingplatz in Mohammedia zur Dämmerung, den Oliver uns empfohlen hatte - direkt am Meer .... trotz der netten "Platzeinweisung" des Parkwächters vor ort, der uns einen grossen Stellplatz mit Wiese zur Verfügung stellte, fragte ich mehrfach, ob der sicherlich auch unser Auto aushalten würde, da es doch so viel geregnet habe in den vergangenen Tagen .... " Ja Ja, natürlich " Hm... wenige Minuten später waren alle 4 Reifen zur Hälfte im Matsch eingegraben ... Toll .... Dank ein paar netter französischer Landcruiserfahrer und mittels Steinen und dicken Ästen waren wir nach fast 2 Stunden auch wieder da draussen ... nur sah die Wiese nun etwas anders aus ....

 

Am Vormittag kam der nette Campingplatzbesitzer persönlich vorbei, ein älterer Herr, der sehr gut deutsch, englisch und französisch sprach. Er konnt gar nicht fassen, daß sein Sohn uns dort hatte hinfahren lassen, wo doch diese Wiese noch vor 14 Tagen bis über einem Meter unter Wasser stand ! Es tat ihm sehr leid ... naja... uns ja auch ...  Wir nahmen die Hunde noch mit zum Strand und beobachteten Austernsammler an den schroffen Felsen.

Wir fuhren im Anschluss weiter gen Rabat, die Autobahn ist auf einem Damm erbaut, der einen schönen Ausblick auf die Kanallandschaften und die Bananenplantagen bietet. Insgesamt ist die Autobahnmaut übrigens super gering....zwischen einem und 5 Euro kosten die Einheiten, für mehere Hundert Kilometer haben wir insgesamt keine 15Euro bezahlt.

 

Wir fahren bis zur Abfahrt nach Tetuan, nachdem der Reiseführer von einem "prähistorischen Steinkreis ähnlich Stonehenge" berichtet. Cromech von M'Soura wollten wir uns ansehen: Ein Erdhügel, umgeben von 167 Monolithen, ist, fast kreisrund mit einem Durchmesser von 58m. Vor dem Eingang standen scheinbar 4 hohe Säulen, eine davon steht noch und misst 4 Meter, die restlichen liegen am Boden. Die Ausgrabungen wurden von L.de Montalban 1935 gemacht, der sie aber weiter nicht erwähnte, 1959 dagegen hat der spanische Archäologe M.Tarradelleine genaueres schriftlich verfasst.  Der Cromlech ist ca. 8000 Jahre alt.

 

Wir finden ihn nach einigem Suchen anhand der Koordinaten, denn die ehemalige Pisteabzweigung war nach dem Neubau der Strasse nicht mehr vorhanden. Inmitten eines kleinen Bauerndorfes, eher unscheinbar, aber gepflegt.

 

Wir fahren wieder zur Küste zurück in Richtung Asilah, einem kleinen touristisch gut erschlossenen Strandstädtchen. Da uns der Andrang der Campervans jedoch zu gross ist, fahren wir entlang der Küste gen Norden und erreichen nach gut 70km den Abzweig zum Cap Sartel - dem Übergang des Mittelmeers zum Atlantik. Dort sind die Herkulesgrotten, Kalksteinhöhlen, in der sich der Sage nach Herkules zurückgezogen hatte, nachdem er die Meerenge von Gibraltar geschaffen hatte.

In der kleinen Siedlung gibt es einen recht gepflegten Campingplatz, dessen Restaurant aber leider sehr zu wünschen übrig lässt, wie wir erfahren dürfen ;o( ...

Wir laufen mit den Hunden zu den 100m entfernten Grotten und kommen in einen heftigen Platzregen, der uns unter eine Verandah flüchten lässt, wo wir mit ein paar jungen Marokkanern das Treiben auf dem Platz vor den touristisch voll ausgeschlachteten Grotten belustigt beobachten. Der nicht einmal 80qm grosse Parkplatz im Wendehammer der Sackgasse ist von einem sehr eifrigen Parkwächter voll kontrolliert, zudem tummeln sich noch 4 gelangweilte Kamele auf dem Platz, die von den Autos immer mal wieder aufgescheucht werden... sie sind jedoch derzeit völlig interessiert an Tarek, Amboss und Nicki - Hunde und Kamele stehen sich vis-à-vis gegenüber !

Der heftige Regenschauer ist bald vorbei und wir werden zu den Grotten geführt, die hinter den unzähligen Schnellrestaurants kaum zu erspähen sind ! In den Grotten ist alles voll mit Töpferwaren und Souveniers, sogar Einmalkameras gibt es auf die Schnelle ... aber schön sind sie dennoch ! Kurioserweise ist die Höhlenöffnung spiegelbildlich in der Form Afrikas gefasst, wenn man lange genug davorsteht und es weiss, kann man es gut erkennen ! Sogar mit der Insel Madagaskar dabei ! Auf dem Bild verdecken die gebrochenen Wellen den Saum ...

 

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Wir spielen noch einige Runden BackGammon im Restaurant und treffen sogar noch die netten Franzosen, die uns tags zuvor beim Bergen aus der Wiese geholfen hatten.

Die Fähre in Tanger hatte technische Probleme, daher sind sie nun hierher zurückgefahren und müssen 2 Tage warten, da ihre Tickets nur für diese Fährgesellschaft gültig seien.

 

3.3.2010

 

Wir fahren früh los gen Tanger, um mittags die Fähre von Ceuta nach Algeciras zu nehmen. Scheinbar erwartet man hier gerade den König auf der Strecke, denn an absolut JEDER Ausfahrt, an jedem Kreisel, alle zwei-/dreihundert Meter steht Polizei .... überall sind die Fahnen gehisst, jeder Laden ist geschmückt, die Strassen sind gereinigt, die Strassen voll mit Gendarmerie, Militär und Securité Nationale Fahrzeugen und Motorrädern und riesige Plakate vom jungen König zieren die Neonreklamen.

 

Schnell sind wir an der Grenze, und trotz eingehender Inspektion unseres Fahrzeuges, innen wie aussen seitens des netten marokkanischen Zöllners, der sich die Innenverkleidung näher ansieht, das Dach abklopft und die Schränke und die Sitzbank inspiziert, sind wir innerhalb von 30Minuten in Spanien. Dort werden wir nur durchgewunken. Wir sehen zwar die grossen Plakate, daß sich die Einreisebestimmungen für Hunde von Marokko in EU-Länder verschäft hat ( serologischer Titernachweis  durch ein anerkanntes Labor) - sehen will die Papiere aber niemand, obwohl Amboss aus dem Fenster schaut.  

 

Wir erreichen Ceuta gegen Mittag, ohne den König gesehen zu haben, aber das macht nichts ;o)

Um 14h legt unsere Fähre ab, auch diesmal nur mit wenigen Fahrzeugen.

 

In Algeciras stehen wir erneut an der Zollkontrolle und sehen, wie vor uns zwei portugisische LKWs vom Zoll-Schäferhund inspiziert werden. Als sich der eine LKW dann in Bewegung setzt, da er scheinbar nichts zu verzollen hat, rennt der Schäferhund hinterher - und die Zöllner tun Gleiches ! Wir können miterleben, wie sich ein blinder Passagier unter dem Fahrgestell des LKWs festgeklammert hatte, um illegal einzureisen. Der Afrikaner wird umgehend festgenommen. Unvorstellbar, wie man sich zwischen Fahrgestell und Kardanwellen für einen längeren Zeitraum festhalten kann .... die Bilder gehen uns nicht aus dem Kopf.

 

Am Ende des Hafengebietes ist erneut eine Zollkontrolle, auch hier werden wir freundlich durchgewunken.

 

Wir fahren zunächst gen Malaga, um in einem grossen Supermarkt unsere Vorräte aufzufrischen: Jamon Serrano, luftgetrocknete spanische Salami, Käse, fisches Baguette, Obst, Bier ..... dann geht es in die Berge über die kleine Route National 405 Richtung Ronda. Wir fahren bis zum Abzweig Castellar de la Frontera und finden in dem schönen Nationalpark einen ruhigen Übernachtungsplatz. Leider schüttet es in Strömen und wir picknicken im Auto....

 

4.3.2010

 

Neugierig, was sich am Ende der Serpentinen bietet, biegen wir am Morgen in Richtung Stausee und zu Castillo ab, das wir auf dem felsigen Berggipfel sehen können.

Eine wunderschöne aber sehr enge Bergstrasse geht es hinauf zum Kloster, daß umrandet ist von hübschen, andalusischen Häusern. Der Parkplatz ist für uns nicht erreichbar, da die Stromleitungen über die Strasse viel zu niedrig hängen, als heisst es für Jens, den Magirus rückwärts hinausmanövrieren - Respekt in diesen engen Gassen !

Wir fahren zurück zur Nationalstrasse und geniessen die landschaftliche Panoramastrecke durch das Reserva National und die Sierra Bermeja. Auf jedem Strommast sind Storchennäster zu sehen und wir zählen viele Störche !!!! Viele pittoreske andalusische Dörfer liegen auf der Strecke und wir sehen viele neu angelegte Rastplätze mit Aussichtsplattformen - man kann bis zum Meer sehen und die Felsen von Gibraltar sind ebenfalls zu erkennen - allerdings in dunklen Regenwolken.

Unser Ziel liegt der Sonne entgegen und wir passieren die Berge bis Ronda ohne grössere Regenschauer.

Über Antequerra nach Lucena und Jaén geht es nach Ubeda. Hier zieht sich Oliven-Monokultur in angelegten Grossplantagen entlang der Hügel - soweit das Auge reicht. Es riecht überall nach Olivenöl - ein netter Geruch von den Fabriken !

In Torreperogil biegen wir wieder auf die kleineren Nebenstrassen ab und fahren nach Cazorla in den gleichnamigen Nationalpark. Durch die Passhöhen von 1290m am Punto de las Palomas schlängeln wir uns durch die sehr sehr schmalen Serpentinen zum Stausee Embalse del Tranco. Die Strecke zieht sich .... das war unsere Erinnerung wohl entgangen..... aber wir finden noch gerade vor der einsetzenden Dämmerung den schönen Rastplatz mit der grossen Grillhütte, sodaß die Hunde nochmal am Wasserfall und am Bachlauf rumrennen können, während ich zu Abend koche und Jens sein mehr als wohlverdientes Bierchen geniesst ! 

 

5.3.2010

 

Wir geniessen den Vormittag in Ruhe, Touristen scheint es hier zur Zeit nicht zu geben. Die Hunde toben hoch zum Wasserfall und wir nutzen die regenfreie Zeit,um draussen zu frühstücken und den Wagen zu säubern - durch den Regen der letzten Tage ist es im Auto klamm, die Hundedecken sind feucht ....

Wir fahren gemütlich weiter auf der CM 6202 durch schöne Serpentinen und sehen viele  Wasserfälle entlang der Strasse.

heute fahren wir nur ca. 280 km auf mittleren Landstrassen, es ist kühl geworden, bewölkt und teils regnerisch, aber da überall Landstriche überschwemmt sind und komplette Bauernhöfe im Wasser stehen, scheint dies schon besseres Wetter zu sein, als vor einigen Tagen.

Wir fahren gen Albacete und halten in einem kleinen Dorf entlang der Strecke, in dem uns ein Delikatessen-Laden "anlacht", in dem es regionales bestes Olivenöl in 5l Gebinden gibt, und leckere Serrano-Salami und Pata Negra-Schinken .... wir gönnen uns einige Leckereien.

Als wir entlang der Stecke im Regen dann ein schönes Plätzchen in einem Pinienwald finden, macht sich unser Einkauf mehr als bezahlt: Unser Gas ist leer und so kann ich die Steaks nicht braten - also gibt es kalte Platte - auch sehr lecker - mit Rotwein der Region.  Das es morgen zum Frühstück keinen Kaffee gibt, mach Jens mehr Sorgen, aber Gott sei dank gibt es hier in Spanien ja viele Cafés und wir werden schon zu einem guten Café con leche kommen, da bin ich mir sicher ... Gas organisieren auf den Ministrässchen ist evt. schwieriger .... Inshalla - gilt das hier auch ?

 

6.3.2010

 

In der Nacht hört es endlich auf zu regnen ..... Nässe ist im Wohnmobil immer unangenehm, erst recht, wenn die Hunde nass werden und nicht richtig trocknen können und ohne Gas gibt es auch keine Heizung ... wir fahren auf die Landstrasse nach Utiel und treffen in einem kleinen Dorf einen Gasflaschen-Transporter, dessen Fahrer wir sofort ansprechen und unser Problem mit Händen und Füssen verdeutlichen - mein Spanisch ist nicht grandios aber es geht. Er ist super nett und würde sehr gerne helfen, aber die Flaschenverschlüsse sind anders als unsere deutschen Normen und so passen die Flaschen seiner Firma nicht und seinen letzten Adapter habe er erst verkauft. Er rät uns, nach Utiel in die Stadt zu fahren und in einer "Ferreteria" zu fragen, ob man uns dort Adapter und Gas verkaufen kann.   In Utiel frühstücken wir lecker in einem Hotel-Schnellrestaurant, Tortillas mit Schinken und frischem Brot und einen leckeren Café - alles zusammen für 9€ Wir fragen im Hotel nach einer Ferreteria und bekommen sofort einen Stadtplan und eine Wegbeschreibung....während draussen 2 Polizisten staunend am Magirus stehen und mit ihren Handys Fotos machen - das erleben wir richtig häufig !

In der Ferreteria ist man sehr bemüht, aber leider passen alle Versionen der vorhandenen Teile nicht zusammen, um uns eine Lösung zu präsentieren Wir kaufen schlussendlich einen Camping-Gaskocher und hoffen auf besseres Wetter.

Weiter gehts gen Norden über schöne Landstrassen - allerdings sehen wir Schnee auf den Bergzügen, die vor uns liegen Aber es bleibt trocken ! Gegen Nachmittag kommen wir zwar über 1500m Passhöhen mit Schnee, aber die Sonne blickt zart durch die Wolken! Wir erkennen die Landschaft wieder, denn hier sind wir vor 7 Jahren auch entlang gefahren Die alte Bahnline parallel zur Strasse ist ausser Betrieb und vor jedem Dorf stehen alte Bahnhofsgebäude - leer und trostlos. 100km vor dem Ebrostausee halten wir an einem kleinen Hotel, um wie schon so oft nach einer Regional-Karte zu fragen, denn weder an Tankstellen noch in den Läden werden wir fündig und unsere Spanien-Michelin-Karte hat die schönen kleinen Nebenstrassen nicht alle verzeichnet, die wir so gerne fahren

Als ich zum Auto zurückkomme, springt es nicht mehr an. Der Anlasser macht nicht einmal mehr "klick". Gott sei Dank hat Jens noch einen Anlasser dabei, der bei dem Sturz der Alukiste an den Painted Rocks in Marokko hoffentlich keinen Schaden abbekommen hat. Mal eben einen Anlasser am LKW umzubauen ist NICHT nett!

Aber Jens schafft es ohne zu fluchen in 30 Minuten - Rekordzeit ! Und der Maggie springt sofort wieder an - Puh !!!!

Wir fahren noch ein kleines Stückchen mit der Sonne und finden dann abseits der Strasse in der Nähe von Mandelbaumhainen einen schönen Waldplatz. Endlich können die "Jungs" noch mal toben und wir machen einen langen Spaziergang. Es scheint trocken zu bleiben heute Nacht, das wär soooo schön.

Dank des Laptops gibts heute ne DVD-Nacht : Herr der Ringe ! Passend zum Landstrich Aragón, in dem wir uns gerade befinden.

 

7.3.2010

 

Es blieb trocken .... aber 6 Grad sind schon arg kalt für Spanen im März .... und das nach den Temperaturen der letzten Wochen in Afrika ... wir frieren !

Wir wollen anlässlich Jens Geburtstag morgen zum Ebrostausee, irgendwo soll da eine Kirchturmspitze aus dem Wasser schauen, denn ein Dorf wurde beim Bau des Stausees damals geflutet (allein die Vorstellung finde ich sehr grauenhaft). Da wir nun aber schon gegen 11.30h am Stausee sind und es bewölkt und kalt und irgendwie nicht sonderlich einladend ist, das Wasser so hoch steht, daß die Uferränder alle überspült sind, entscheiden wir uns, weiter gen Andorra an einen der kleineren Stauseen zu fahren, was die folgende Reiseetappe durch Andorra möglichst in einem Tag erleichtert. Wir fahren gen Lleida nach Balaguer und folgen den kleineren Nebenstrassen. Auf der C14 kurz hinter der Stadt Ponts geht eine Ministrasse C1412B westlich ab, und führt uns zu einer Ruine einer alten Kathedrale mit einer Touristen-Information, die trotz Sonntag geöffnet hat. Dort erhalten wir eine Mini-Karte zu den Strassen und Sehenswürdigkeiten rund um den See Panta de Rialb mit seinen fast 20 alten Kirchen, einigen Castillos und Runen-Stein-Kreisen - ganz unser Ding ;o) Wild campen sei hier völlig ok ! Wir folgen den Pisten rund um den malerischen See und finden am frühen Nachmittag einen superschönen Platz an einer kleinen Rundkirche mit einem Runen-Steinring und Feuerstelle direkt am Ufer - ganz für uns allein (Sheriff, hier sollten wir nochmal zusammen hin! )

 

BackGammon in der spärlichen Nachmittagssonne, Feuerholz suchen, Auto checken, Hundeschmusen, Picknicken .... was will man mehr ?!

Leider zog WInd auf und aus dem Lagerfeuer wurde nichts, aber ersatzweise gab es einen sehr langen Spaziergang um den halben Stausee, bevor die Dämmerung einsetzte.

 

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8.3.2010

 

In der Nacht regnete es erneut und am Morgen traute ich meinen Augen nicht .... erstmal Brille aufsetzen, bevor ich dem neben mir schlummernden Geburtstagskind die Hiobsbotschaft überbrachte: draussen war alles weiß ! Es schneite heftig und das schöne Stauseepanorama von gestern war in 20cm Schnee gehüllt. Ansich ja nett anzusehen, aber mit dem Wissen, daß wir noch 45 km Serpentinen auf enger Strasse zurücklegen mussten und zunächst über die unbefestigte Strasse überhaupt vom Platz weg ..... das war nicht so angenehm. Es gab ein schnelles Schoko-Kuchen-Frühstück, während die Hunde sich im Schnee vergnügten und Gott sei Dank sprang der Magirus auch problemlos an. Die Strasse war nur anhand der Leitplanken zu erkennen, ab und zu sahen wir eine Autoreifenspur, aber mit 7-12 km/h schlängelten wir uns langsam über den Pass, begleitet von dichtem Schneegestöber, was das Fahren sehr anstrengend machte, zumal unser Scheibenwischer ja immernoch nur eingeschränkt funktioniert. Wir benötigten über eine Stunde, bis wir auch der Landstrasse waren, aber die sah nicht viel besser aus Schneeräumfahrzeuge waren zwar unterwegs, aber es schneite munter weiter und der Himmel war wolkenverhangen und grau.

Wir fuhren die 50 km bis nach Andorra im Schneckentempo und waren froh, als wir uns eine Shopping-Pause im zollfreien Stadtstaat gönnen konnten. Wir kannten das Sortiment: 10Liter bestes Olivenöl, 2x 5kg Nutella-Gläser (gibt es in Deutschland nicht), ausreichend Jamon Serrano und Salami, aus der Werkzeugabteilung eine bunte Geburtstagsmischung für Jens und einen 20t-Wagenheber .... wir liessen 300€ im Laden .... dann zur Tankstelle, für 420l Diesel nur 380€ zahlen, auch das ist angenehm..

Auf 2500m entschieden wir uns dann im dichten Nebel, uns die Serpentinen zu sparen und den Tunnel zu nehmen, wesentlich angenehmer für 12,50€ und bei den netten Unfällen, die wir trotz Schneekettenpflicht gesehen hatten, waren wir dankbar für ein Stück freie Sicht und trockene Strasse. Bergab schlängelten wir uns langsam bis zu Grenze nach Frankreich, wo uns der Zoll mit 4 Beamten inspizierte, alle Fächer wurden mit Taschenlampen ausgeleuchtet, Verkleidungen abgeklopft, aber wir hatten nichts zu verzollen und die Hunde kamen so auch noch zu einer kleinen Pipipause ;o)

Weiter gen Toulouse war immernoch eine feste Schneedecke auf der Nationalstrasse, nur das kurze Autobahnstück war geräumt

Wir wollten so weit wie möglich fahren, um in weniger verschneite Regionen zu gelangen - bis zur Dunkelheit schafften wir es ca 50km südlich von Toulouse und stehen nun an einem Park&Ride Bahnhofsplatz eines kleinen Vorortes, immerhin nur noch bei 20cm Schnee.

Dank der gelösten Gas-Probleme konnte Jens die Heizung im Auto ans Laufen bringen (draussen hatte es -4Grad) und es gab ENTE zur Feier des Tages.

 

9.3.2010

 

Mit Sonne sieht das alles viiiiel schöner aus ! Es liegt zwar noch Schnee und wir müssen die Scheiben auch von innen kratzen, aber der Himmel ist wolkenlos und die Sonne wärmt immerhin ein bisschen! Wir starten vom Gare de Cintegabelle in Richtung Toulouse auf der Nationalstrasse - die übrigens immer Verbotsschilder für LKWs ausweist, die den Lieferverkehr erlauben, aber Transitverkehr unterbinden sollen.... Aber da wir keine Maut zahlen wollen und mit dem Maggie ja ohnehin nur 80 fahren, erfreuen wir uns der parallell zur Autobahn führenden schönen N20. In Toulouse herrscht allmorgendliches Chaos und wir entgehen haarscharf einem Autounfall. Das hätte uns gerade noch gefehlt ! Unser Navi ist total verwirrt ob der vielen Ausfahrten für Zahl- oder freie Strassen, aber wir finden die grünen Schilder nach Montauban auch selbst.

Die wunderschöne Province Lot zwischen Cahors, Figeac und Aurillac begrüsst uns dann endlich ohne Schnee und mit wärmenden 13Grad und Sonne. Wir nutzen die Mittagszeit für einen Spaziergang an einer kleinen Quelle bei Cajarc und laufen am Flussufer entang. Die Ortschaften hier sind wunderschön, überall stehen Burgen und Schlösser in Naturstein und malerische Gehöfte und Mühlen dergleichen. Von Aurillac aus erblicken wir leider schon wieder schneebedeckte 2000er der Haute Auvergne ... brr...na denn man los, die wollen wir hinter uns lassen, bevor wir das Nachtlager aufschlagen.

Wir fahren bis auf die mautfreie A75 kurz vor Issoire an der Loire und stehen nun auf einem schönen Rastplatz, geniessen den ersten Glühwein seit dem hohen Atlas am Anfang der Reise !

 

10.3.2010

 

Es schneit schon wieder .... da macht Campen irgendwie keinen Spass ....und der Dieselfilter ist vereist, der Vorfilter im Separ mit Paraffin verklebt.... Jens ist mittlerweilen schnell im Aufschrauben, Austauschen, Zuschrauben.....

Wir fahren bis Moulins und dann nach Montceau les Mines, an den Canal, an dem wir auf der Hinreise schon standen und die Radmuttern an Heilig Abend organisieren mussten.... dann weiter nach Chalon sur Saone durch wunderschöne Landschaften entlang der Bourgogne, der Loire und Rhone, gesäumt von Bergzügen .... und eins muss man den Franzosen lassen, es gibt wohl nirgends so viele Campingplätze entlang der Strecke wie hier ! Und auch die Rastplätze sind immer sehr schöne angelegt, etwas abseits der Strasse gelegen und sauber und gepflegt. Ein sehr Camper-freudiges Völkchen.

Aber scheinbar hatten sie hier einmal ein Sonderangebot an "LKW-Durchfahrt-Verboten"-Schildern gegeben inclusive der  "ausser Lieferverkehr" oder "nur Transit"-Ausnahmeschildern, die dann immer unter den Verbotsschildern hängen .... ;o) ! Wir sind z.B. von der Schnellstrasse auf eine Nebenstrasse abgebogen, und gelangen an einen Kreisel, an dem bereits einige LKWs, die deutlich grösser sind als wir einfahren - an allen 4 Ausfahrten des Kreisverkehrs stehen "LKW-Verboten"-Schilder .... ups ?!?! Dann folgen wir den Schildern in Richtung Belfort und Mulhouse - immer als "mautfrei" ausgewiesen - und landen auf der A36, 3 Abfahrten vor der Grenze zu Deutschland. Plötzlich ein Schild - letzte Abfahrt vor der Zahlstation - über 3,5t verboten .... was solls, dann eben nicht .... es ist schon spät und Jens möchte nun noch bis zur Grenze fahren.

Kurz vor Freiburg (Hartheim im Breisgau) fahren wir ab und suchen uns einen ruhigen Stellplatz im Hochschwarzwald. Uns erreichen viele SMS von Freunden, die unsere Ankunft erwarten. Das freut uns riesig !

   

 11.3.2010

 

Wir sind wieder daaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa !!!!

 

16.155 gefahrene Kilometer bei einem durchschnittlichen Verbrauch auf der Strasse von 26l Diesel und ca.40l auf Pisten ......

mit vielen Pannen und Problemen in den ersten 3 Wochen der Reise, die Dank Jens und der unermüdlichen Hilfe von uns immernoch freundlich gesonnenen Schrauberhelfern gemeistert wurden. René, Sheriff und Loui kennen den Magirus mittlerweilen wohl besser als ihren Alfa oder Mercedes, Dieter hat den Konstruktionsplan des 170ers ohnehin im Kopf und kennt alle Tricks und Improvisationslösungen ....

 

Nach und nach war der Magirus-Prototyp dann generalüberholt und "eingefahren" und hat uns die weitere Reise sicher durch Dünen, Pisten und über Pässe und durch Flüsse gefahren. Die Zeit war dennoch zu kurz, denn Mali hätten wir gerne noch gesehen ...

Unsere restliche Crew ist derzeit noch in Mauretanien irgendwo zwischen Atar, Choum und Bou Lanuar auf der Piste entlang des Erzzuges.

 

Entgegen aller Reisewarnungen haben wir uns überall super sicher gefühlt und würden gerne wieder diese Länder in Zukunft bereisen !

 

Danke an alle, die diese Reise für uns möglich gemacht haben !

 

Und jaaaaaaaaaaaa, Fotos folgen !!!!!!!!

 

Liebe Grüsse Coco, Jens, Amboss, Tarek und Nicki

 

 

 

 

 

 

   

 

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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