Fast schon wieder auf dem Rueckweg .....

Veröffentlicht auf von Die Schlappmueller

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23.1.2010 (laut Tacho bisher 5.500km seit unserer Abfahrt)

 

Anlässlich Sheriffs Abschied haben wir alle ausgeschlafen und Gaby hat uns beim Brunch mit Rührei mti Speck verwöhnt. Wir fuhren noch eine Stunde Piste bis zur Teerstrasse gen Form Zguid, einer Militärbasis mit einer netten kleinen Ortschaft - sauber und schon einen Hauch touristisch.

Alle Reifen wurden wieder auf 5-7bar gefüllt, während wir "Mädels" einkauften und Hähnchen mit Pommes beim Restaurant am Marktplatz orderten.

Sehr gastfreundlich und aufmerksam gab es Tee - oder auch Whiskey Marrokkaine ;o) - für die Wartezeit, sowie Oliven und Fladenbrot als Entrée.  Die Hähnchen entpuppten sich als mickrige Satéespiesschen zu Wucherpreisen, die Pommes waren zwar super aber überscihtlich, aber auch mit nem kleinen Espresso hiess es dann 500Dirham - puh für 50€ hätten wir das Dreifache an der deutschen Imbissbude bekommen - es war trotz handeln sehr ärgerlich .... 

 

Dann hiess es Abschied nehmen von Sheriff und dem "Grünen" (911er Benztruck) .... ich hatte Pippi in den Augen und werde ihn sehr vermissen!!!!

Es ist immer sehr traurig, wenn sich ein so eingespieltes Team reduziert. Hab eine gute Reise, Sheriff !!!!!

Er fuhr gen Norden, wir gen Süden....

 

Zur Zeit verläuft hier die Ralley Budapest-Bamako (Ungarn - Mali ).... scheinbar führt dies zu Wucherpreisen. Wir sehen viele Service-Wagen und Ralleyfahrzeuge entlang der Strasse nach Tata, sowie Camerateams.

Die Strasse fürht durch eine sehr beeindruckende Canyonlandschaft und errinnert an den Grand Canyon der USA. Im Flußbett ist es jedoch recht trocken, Palmen und Zycaden stehen am Ufer - ein malerisches Bild! Milde Sandstürme türmen Dünen gegen die schroffen Abbruchkanten des Gebirges, auf der anderen Seite stehen Palmen am Rand des Salzsees ....  

 

Tata ist eine sehr schöne, sehr saubere Stadt. Alles - wie in Errachida auch - in altrose gehalten, breite Boulevards, Flaniermeilen mit Geschäften und mit schönen Kacheln gehaltende Bogengänge und Bürgersteige, Palmen säumen die Strassen ....  Ich bin sehr beeindruckt von der Veränderung der Dörfer ! Wir werden überall freundlich gegrüsst, ein kurzer Stop an einem Militärposten, die jedoch nur fragen, was unsere Reiseabsichten sind, wir müssen keine Pässe vorzeigen oder Formulare ausfüllen.

 

Wir fahren weiter bis nach Akka und schlagen unser Nachtlager 10km weiter in einem Palmenhain auf. Iris und Ralf verwöhnen uns mit Rösti :o) 

Heutige Tagesetappe: 260km. Morgen nocheinmal eine ähnliche Strecke bis zum Plage Blanche - ich bin sehr gespannt !

 

24.1.2010

 

Sheriff hat eine SMS geschickt : er ist im hohen Atlas bei Ait Benadou bei Schnegestöber und 4 Grad .... Brrrrr .... wir sind bei 19Grad unterwegs gen Westen zum Plage Blanche. Sehr gut Teerstrasse führt nach Guelmim und führt uns durch karge Berglandschaften und schöne Flusscanyons. Auf halben Weg erfreuen wir uns über weitere Benz-Oldtimer aus Deutschland, die von der Piste von Bou Djerif heranfahren. Leider nicht uns hinterher zum Strand ... wir hätten gerne mit Gleichgesinnten ein wenig gequatscht.

Am Ende der Teerstrasse gelangen wir an den recht stürmischen Atlantik. Wir lassen wiederum Luft ab, und begeben uns entlang der Flussmündung ins Hinterland auf eine Geröllpiste. Wir durchqueren das seichte Flußbett und fahren auf ein Plateau, immer parallel zum Atlantik. Ein Sanddünenfeld läd zum Fotografieren ein, der Sturm weht bizarre Formationen über die Dünenkämme. Wir durchqueren die Dünen und stehen auf dem Dünenplateau .... leider im unangenehmen Sandsturm....

In Turbantücher gewickelt, laufen wir mit den Hunden herunter zum Strand

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und verbringen dann den Abend in den Autos, da der Sturm ansonsten das Essen mit gratis Dentalpflege versorgen würde .... ;o) Wir kochen bei Iris und Ralf Spaghetti ... 

 


 

25.1.2010

 

Iris und Ralf verabschieden sich heute von uns. Ihr Ziel ist Agadir zum Wochenende, wo sie sich mit den Eltern treffen, die dort Urlaub machen. Wir kommen jedoch nur wenige Meter weit, als unsere Dieselleitung Probleme macht und der Deutz ausgeht - wahrscheinlich durch das Umschalten auf den vollen Tank ... Jens baut alle Filter aus, reinigt sie und entlüftet, er springt auch kurz wieder an....aber nicht anhaltent. Also schüttet Loui Diesel aus Kanistern in den vorherigen Tank, damit wir starten können. Dabei entdeckt Jens, daß eine Befestigungs-Schraube vom Stoßdämpfer locker ist, sie würde abreissen, wenn wir sie hier nicht festziehen - was wiederum einige Zeit in Anspruch nimmt. Dann gehts jedoch endlich los, zunächst durch die Dünen parallel zum Atlantik. Es gibt keine Piste, Dieter bahnt sich einen Weg für uns alle, Ziel sind GPS Coordinaten und seine Erinnerungen von der vergangenen Tour. Wir biegen in ein wenig Wasser führendes Flußbett, am Aouinet-el-Ksob. Uns bietet sich eine

malerische Canyonlandschaft. Ohne Dieter würden wir hier nie durchfahren, da einige Wasserpassagen durch das sandige und steinige, aber auch morastige Flußbett  unberechenbar sind.

Die Landschaft läd - obwohl wir eigentlich viel weiter fahren wollen - zum Bleiben ein. Statt 200km wurden es heute nur knapp 40.... Wir nutzen das klare, leicht salzige Wasser, was in ca. 9km bei Aoreora in den Atlantik mündet, zum Baden, Haarewaschen, Klamottenwaschen. Es ist sonnig, halbwegs windgeschützt, hier gibt es Brennholz und wir geniessen die Ruhe, klettern hoch zum Marabout, einem Friedhof mitten im Nirgendwo. Die Gräber sind gut erhalten und sehr gepflegt.

Moni klettert durch die Felsen und findet in einer kleinen Ruine, Kalebassen, Mahlsteine und Werkzeuge - aber es bleibt alles hier, wir nehmen nichts mit.

Jens entdeckt leider am Vorderrad einen Schnitt in der Reifenkarkasse. Kein Wunder bei den Steinpisten, aber dennoch belastend. Ein intaktes Ersatzrad haben wir noch....

Aufgrund der Zeitverzögerungen unserer ursprünglichen Planung überlegen wir heute erstmals, unsere geplante Reiseroute zu verändern. Da Dieter, Gaby, Loui und Moni kein fixes Rückreisedatum haben, würden wir vom Senegal durch Mauretanien 2000km alleine zurückreisen - das geht uns gerade durch den Kopf und verunsichert uns. Entschieden haben wir uns jedoch noch nicht. Wir müssen bis spätestens 5.3. wieder in Marokko einreisen, da unsere grüne Versicherungskarte nur bis dahin gültig ist. Das hiesse eine sehr streffe Rückreise mit sehr langen Tagesetappen und absolut pannenfrei - das kann man mit 50 Jahre alten Kisten aber nie wirklich erwarten.   

Da wir Marokko sehr gerne bereisen und uns hier auch sehr wohl fühlen, werden wir die kommenden eineinhalb Monate gegebenenfalls hier verbringen, es gibt noch viele Ecken, die wir nicht kennen.

 

26.1.2010

 

Kurz nach dem Frühstück beginnt es, zu nieseln und der Himmel hängt voller dunkler Wolken - kein gutes Omen für eine Flussbettdurchquerung. Wir wollen die wenigen Kilometer bis zum Fort Aoreora zügig zurücklegen. Die Passage führt uns wieder einmal zur Original Paris-Dakar Route, eine schwierige Einstiegstelle zum steilen Küstenplateau. Das Fort ist verlassen. Loui kommt nicht nach und wir wundern uns und funken ihn an. Kabelbrand in der Kabine ist die Antwort.

Wir fahren zurück und Dieter entdeckt das Malheur: die Auspuffklappe seines hochgestellten Aupuffrohrs über dem Dach ist vor ein paar Tagen verloren gegangen. Aber nicht wie wir alle erwartet hatten, einfach abvibriert und weg, sondern verkeilt zwischen dem Führerhaus und dem Wohnkoffer. Ausgerechnet auf den Anlasser. Dort hat sie immensen Schaden angerichtet, Kabel durchgeschmort und  Hydraulikleitungen zum Abkippen des Führerhauses durchschnitten !

Gott sei Dank war der Schaden zu beheben und Dieter, Jens und Loui konnten alles an Ort uns Stelle reparieren.  Gaby und ich liefen derweil mit den Hunden ans Meer.

Nachmittags konnten wir unsere Tagesetappe fortsetzen und fuhren auf dem Steilküstenplateau direkt am Küstensaum entlang. Wir trafen auf viele Fischerhütten, Kamele und militärische Einrichtungen und genossen die wunderschönen Panoramablicke auf den Atlantik.

Nach ca. 40km erreichten wir den Qued Draa und das verlassene ehemals spanische Fort, das nun als marokkanischer Militärposten dient - jedoch war alles verschlossen. Wir tanken sehr gutes Trinkwasser am neuen Brunnen, bis wir sehen, das Marokkaner die steilen Hänge zum Fort laufen. Dieter fragt sehr höflich, ob wir für eine Nacht bleiben können und wir werden sehr freundlich eingeladen, eine Nacht hier stehen zu dürfen, die Dämmerung hat bereits begonnen.

 

27.1.2010

 

Der heutige Tag führt und durch das Flußbett des Draas - dem grössten Fluss Marokkos .... zumindest war er das einmal. Das Flußbett ist verzweigt und wunderschön und breitet sich über ein kilometerweites Areal aus. Die Landschaft ist traumhaft, viele Tafelberge säumen den Horizont, weite Steppenlandschaft mit kargem Bewuchs dominiert. Ein paar Ralleyfahrzeuge der Budapest-Bamako kreuzen das Tal. Wir durchqueren das Flußbett an einer flachen Wasserstelle und fahren nach GPS auf einer der vielen verblichenen Pisten in Richtung  TanTan.  Wenige Kilometer vor der Teerstrasse sehen wir einen grossen Brunnen, dh. eine Regenwasserzisterne aus Beton mit einer Holzklappe, an der an einem Strick ein Schöpf-Eimer baumelt. Wir prüfen die Wasserqualität und sind positiv überrascht! Als wir beginnen, das Notstromaggregat und die Wasserpumpe aufzubauen, kommt ein Eseltreiber die Piste entlanggefahren. Sehr freundlich begrüsst er zunächst uns Damen mit Handschlag und spricht uns in Spanisch an. Er befreit den Esel von seinem Zaumzeug und geht zum Brunnen. Beim Wasserschöpfen scheint er berberische oder arabische Gebete zu sprechen, er schüttet das Wasser immer wieder in den Brunnen zurück und spricht vers-artig. Dann gibt er seinem Esel den vollen Wasser-Eimer und fragt uns nach einer Zigarette, die Jens ihm gerne gibt. Wir plaudern ein bisschen mit spanisch-französischen Brocken und erfahren, daß dies gutes Trinkwasser sei. Er hat einen jungen Hund dabei, den wir füttern dürfen, der brave Esel bekommt Karotten. Kurz darauf kommt ein Santana-Jeep vorbei. Ein älterer, fein gekleideter Berber gibt uns zu verstehen, daß es sein Brunnen sei. Wir dürfen Wasser entnehmen, aber nur gegen Entgelt. Dieter handelt noch etwas, dann tanken wir auf, denn wir haben kaum noch Trinkwasser und so müssen wir nicht nach einem Campingplatz suchen. Der Berber spricht ebenfalls spanisch und schenkt uns Mandarinen, da er wohl gerade vom Markt kommt.

Weiter gehts nach Tantan -  wie immer muss zuvor wieder Luft auf die Reifen. Diese zurückliegende Strecke ist für mich eine der schönsten Pisten gewesen.

TanTan ist ein modernes Städtchen mit weiss-blau getünchten Häusern. Es wirkt sehr freundlich, wir kaufen Gemüse und frisches Baguette, ich wechsle noch Geld in der Bank. Dann geht es gen Westen nach El Quatia, und gen Süden Richtung Sidi Akfhenir, wo wir für 5,2 Dirham (ca. 47ct) gerne tanken.Die Steilküste endet hier und in der Lagune sind Flamingos !!! Wir fahren noch ein Stückchen weiter zum Strand und campieren bei den Fischerhütten in den Dünen.  

Wir finden am Strand schöne Muscheln und machen einen Spaziergang am Meer. Da stolpern wir über einen ungewöhnlichen Tier-Schädel und tippen zunächst auf Pelikan, da er einen schnabelartigen Nasenrücken hat. Die restlichen Skeletteile weisen jedoch auf einen Delphin hin. Camelschädel haben wir bereits, und fast jedes Offroad-Fahrzeug ebenfalls - also schmückt nun ein Delphinschädel unseren Magirus-Langschnauzer.

 

28.1.2010

 

Wir schlafen lange und fahren dann zunächst nur ein kleines Stück in die nächste Lagune, genauer gesagt in das Naturschutzgebiet und Vogelschutzgebiet "de Khnefis", weil ich doch so gerne Flamingos sehen will ;o) - hier hat es aber nur ganz wenige, aber immerhin. Da gerade 2 Fischer in der Lagune anlegen, laufe ich freundlich auf sie zu uns frage sie nach ihrem Fang - "Lotte" sagen sie und zeigen mir die leopardenfarbigen Seeteufel neben den Schollen. Als ich Dieter zurufe "Lotte de mer" ist er sofort zur Stelle und bevor die restlichen französischen Touristen zugreifen können, erwerben wir voller Freude drei grosse Seeteufel für umgerechnet 7 € !!! Wow - in Deutschland ist dies ein sehr teurer Speisefisch und wir tauschen schon Rezepte aus, während die Fischer uns anbieten, sie schnell zu filetieren - das nenn ich Service !!!

Wir sind richtig voller Vorfreude auf so ein köstliches,fang-frisches Abendessen!

Weiter gehts gen Süden. Im Reiseführer werden mehrere Schiffswracks angekündigt, die vor 2 Jahren wohl auch noch vor der Küste lagen .... diese sind mittlerweilen nicht mehr zu sehen. Wir fahren weiter nach Tarfaya, einem ziemlich trostlosen Nest mit einem Fischereihafen und einem im Wasser liegenden gemauerten Fort. Bekannt wurde der Ort durch den Autor des kleinen Prinzen, Antoine de Saint Exupéry, der hier als Postkurierflieger stationiert war.

Wir fahren entlang der Küste, wo wir eine gestrandete Fähre sehen - angeblich ist es zu zahlreichen Haverien gekommen, seit der Leutturm am Cap Juby nicht mehr funktionierte. Früher ging von Tarfaya die Fährverbindung zu den Canarischen Inseln - heute jedoch nicht mehr.

Nach 30km gelangen wir nach Tah. Hier beginnt das eigentliche Grenzgebiet der Westsahara. Zwei Pyramiden mit arabischen Schriftzeichen markieren den Grenzposten.

Ansonsten gibt es hier nur ein paar kleine Läden, die Kinder sind sehr aufdringlich und wir verweilen nicht weiter. Dieter kennt einen tollen Stellplatz an einem Salzsee, an dem wir schon mittags ankommen. Gaby macht Apfelküchle - Apfelscheiben in Pfannekuchenteig ausgebraten - lecker ! Wir gammeln ein bisschen in der Sonne und gehen zum Salzsee, lesen, versuchen, meine leider durch Sand defekte kleine Digicam wieder ins Laufen zu bekommen - leider vergeblich. Bei der letzten Saharareise haben 3 Cameras das Zeitliche gesegnet, nun ist es die erste. Meine Spiegelreflexcamera ist daher in einem Ewamarine-Unterwasser-Gehäuse, denn das schützt auch vor Sand. Ist ein bisschen umständlich zu hantieren, aber es geht. Für Schnappschüsse werde ich in Layoune ggf. eine kleine Camera kaufen, wenn es dort soetwas gibt, aber es scheint eine grosse Stadt zu sein.

 

29.1.2010

 

Wir fahren fahren heute bis Layoune - das Navi kennt noch den spanischen Namen El Ayoun. Wir passieren häufig Polizei- und Mitlitärkontrollen, an denen wir angehalten werden. Nagelketten verjüngen die Strasse ... Man fragt uns hier erstmals nach "Fiches", Datenbläter der Passdaten, Beruf, Einreisedatum und Einreisestempel-Nummer.

"Pour votre securité" ... erscheint etwas üppig, da vor und nach jedem Ort eine solche Kontrolle unsere Daten aufnimmt....  Layoune ist riesig und die sauberste marokkanische Stadt, wie es scheint. Eine Militärstadt mit vielen Kasernen, breiten Boulevards, Flaniermeilen und allen Shops, die man sich vorstellen kann, unzählige Cafés, sehr gut gekleidete Einwohner. Wir finden sogar einen Deutz-Laden, dort bekommen wir jedoch leider kein Flexrohr für unseren Auspuff... Wir kaufen Gemüse und Brot, Croissants und super leckere Brathänchen dirket vom Grill und suchen nach einem Cameraladen, aber finden nur analoge Cameras oder Videorekorder. Am westlichen Ortsende ist ein Supermarkt, der sich als grosser Ramschladen entpuppt, in dem man sogar Gasherde, Sofas und Küchenzeug erhalten kann, aber nichts Frisches und vor allem kein Bier :o( ...so langsam wird unser Palettenvorrat eng. 

Weiter fürt uns die sehr gut ausgebaute Teerstrasse aus Layoune heraus, Kamele stehen nicht nur auf den Warnschildern sondern in Herden am Strassenrand, zum Teil mit ihren Fohlen. Die Strasse führt durch malerische Sanddünen parallel zum Atlantik, 30 Grad hat es draussen mit einer angenehmen Brise. Dann wird die Landschaft sehr karg und flach. Hier und da ein Salzsee, ansonsten öde Steppe mit vielen Polizeikontrollen, ca alle 45min ....

Wir gelangen nach einem kleinen Dorf an den Strand zur Mittagszeit - das Hähnchen ist noch warm und wir haben mächtig Hunger.

Während die Hunde am Strand toben und ich Muscheln sammele, einigen sich die Fahrer, noch bis zur Schiffswrackbucht, ca 170km weiter zu fahren, es wird Vollmond heute nacht und da ist dort sicherlich das ein oder andere tolle Foto zu erhaschen.

Wir fahren also weiter nach Boudjour - in unserem Reiseführer als Slum-artiges Wüstennest beschrieben - diese Info ist jedoch veraltet, das Städtchen wirkt sehr sauber, einladend und hat eine 6-spurige Prachtstrasse hinter dem von Delphinen- und Straußenskulpturen gesäumten Eingangsportal - obwohl es beide Tiere hier nicht gibt ...

Der Campingplatz Sahara soll sehr neu sein und sehr gute sanitäre Anlagen mit warmen Duschen besitzen - auf dem Rückweg werden wir das ausprobieren.

Vor und hinter Boujour werden wiederum unser Passdaten aufgenommen. Ein kleiner Plausch mit den Uniformierten ist stets sehr freundlich und nett. Schön warm habe man es hier, denn in Deutschland tobt das Schneechaos mit -20Grad. Die Beamten staunen ... Sheriff hat eine SMS geschrieben, er kämpft mit eingeschneiten Strassen rund um Nancy udn wir dachten schon, er sei bereits daheim.

Rund 15km hinter dem Ortsende sieht man von der Küstenstrasse aus die Schiffswracks am Sandstrand. Dieter kennt eine Pistenzufahrt dorthin. Der Polizist an der Piste will uns jedoch nicht zum Meer fahren lassen, aber wird charmant überredet, daß er uns auf einen Fotostop zum Meer fahren lässt. Die Länge des Fotostopps ist ja ungewiss ;o) ... Der Platz ist wie immer der Hammer ! Mitten in den Dünen, hinter uns die Steilküste und vor uns der seichte Muschelbedeckte Sandstrand mit dem rotsigen Wrack, auf dem sich Kormorane tummeln. Bis zum Sonnenuntergang verweile ich am Strand und freue mich riesig über das Naturschauspiel mit der untergehenden Sonne und dem aufgehenden Vollmond.

 

Wir verbringen noch einen weiteren Tag am Strand und die Männer nutzen die Zeit zur Fahrzeugwartung. Der Deutz müsste mittlerweilen eine "Generalüberholung" haben, diesmal ist jedoch Auspuffreparatur angesagt, zwei extragrosse Würstchendosen müssen dafür herhalten. Wir Mädels laufen zum Strand, der nun zur Ebbe etliche schöne Muscheln präsentiert und das gestrandete Schiff liegt im Trocknen auf den veralgten Steinterassen., Tau und Anker sind sichtbar, auch einige Zitterrochen, ein weiterer Delphinschädel und die Kormorane sitzen auf dem rostigen Bug. Abends lässt der Wind nach und wir bauen Beamer & Laptop auf und schauen "Eine Hand voll Dollar" mit Clint Eastwood, bevor wir das Lagerfeuer anmachen udn bis nachts im Vollmondschein plaudern.

 

31.1.2010

 

Wir fahren heute bis Dakhla, ca 320km, Die Strecke führt durch öde Wüstenlandschaft, kein Baum kein Strauch, Steilküste, die an Mondlandschaften erinnert. Mittags halten wir an den Klippen in der Nähe eines verlassenen Fischerdorfes und finden Versteinerungen. Die Strecke bis Dakhla zieht sich immens.Wir biegen zur Lagune ab und passieren die erste Polizeikontrolle des Tages . Die Lagune ist wunderschön, das Meer türkisfarbend, Flamingos stehen in der Bucht. Wir passieren einen Campingplatz mit ca. 50 Campervans eng wie Sardinen beieinander - unverständlich für uns in einem so platzreichen Landstrich! Wir fahren vorbei und finden einen ruhigen Stellplatz an den Klippen mit einem schönen Zugang zum Strand. Das Wasser ist so seicht, daß Gaby und ich ganz lange durch das Knöcheltiefe Wasser waten, Ebbe verwandelt hier die Lagune in ein riesiges Sandfeld. Muschlen finden wir nur wenige, aber dafür einen riesigen ausgewaschenen Kamelschädel, der nun an unseren Sandblechen baumelt. Was man hier wohl darüber denkt, daß sich die Offroader immer mit Schädeln ihre Fahrzeuge schmücken ... ??!?

Wir geniessen unseren Sundowner und sind recht zeitig im Bett. Die Nacht ist schwülwarm und Moskitos tummeln sich im Wohnmobil .... Grrrr...

 

1.2.2010

 

Happy Birthday Amboss! - Unser Riesenschnauzer-Doggenmix wird heute 10 Jahre alt. Er geniesst zusammen mit den anderen Hunden diesen Urlaub, er liebt den Rappeldeutz und das unangeleinte Toben am Sandstrand und im Wasser.

Wir fahren nach Dakhla, einer Militärstadt, die zwar recht gross erscheint, aber ausser einem Gemüse- und Fischmarkt nichts zu bieten hat. Auch hier handelt es sich wie in fast allen Siedlungen der Westsahara um eine Militärbasis für Heer, Luftwaffe und Marine. Wir bekommen leckeren Fisch - Courbine - haben wir noch nie gehört, aber es sieht ein bisschen aus, wie ein Thunfisch, allerdings ist die Schwanzflosse nicht identisch, aber der Fische an sich wiegt 40kg und misst locker 110cm - man schneidet uns steakartige Scheiben ab, insgesamt 2Kg für 115Dirham, also 10€.

Unser Weg führt und wieder entlang der Lagune zurück zur Landstrasse. Unsere Heutige Tagesetappe bis kurz vor Bir Gandouz liegt bei 230km. Für Jens ist die eintönige Wüstenland sehr anstrengend zu fahren, der Wind am Atlantik ist recht heftig und die Steppe langweilig. Ich finde es wunderschön ;o) Wir erhaschen immer wieder schöne Blicke aufs Meer -Kilometerlange weisse Sandstrände - menschenleer !!! Wir stoppen mittags kurz am Golf de Cinta, einer wunderchönen weißen Sandünen-Bucht mit sehr hohen Dünen und vielen Versteinerungen, Feuersteinen und Blick auf den Atlantik.

Auf der weiteren Strecke begegnen uns kaum Fahrzeuge. Wir sehen ein paar Offroader wieder, die auch in Dakhla auf dem Plateau standen, aber derzeit fahren nicht viele nach Mauretanien aufgrund der Reisewarnungen und der Entführungen der 3 Spanier eines Hilfsconvoys im November 2009 seitens der Taliban.

Wir wollen auf jedenfall morgen zur Grenze und mal hören, wie die Lage derzeit ist, in der Botschaft in Rabat sagte man, alles sei sicher und problemlos zu befahren.

 

Wir campieren ca 100km vor der Grenze am Meer, es gibt frischen Fisch mit Zucchini-Gemüse und Kartoffeln.

 

2.2.2010

 

Wir fahren noch im Dunklen los, um rechtzeitig an der Grenze zu sein. Kamele stehen auf der Landstrasse, die wir früh genug erkennen können. Die Sonne geht langsam auf und die bizarren Felsformationen der uns umgebenden Mondlandschaft werden angestrahlt. Jens ist nun auch wieder begeistert von der skurilen Landschaft. Wir fahren bis Bir Ganduz zur Tankstelle und geniessen nach dem günstigen Tanken einen Milchkaffee in dem schönen Hotel an der Raststätte. Ganz neu ist hier ein schickes Atriumhotel entstanden mit einem überdachten Palmengarten-Café. Um 10h sind wir an der Marokkanichen Grenze - als solches erstmal kaum zu erkennen. Ein "Helfer" bringt uns die Ausreisekarten, die wir beim Kaffee ausfüllen.

Ein netter Spanier spricht uns an, da er MAN KATs besitzt und sich freut, solche hier zu sehen. Er kommt vom Ajuntament de Barcelona, der städtischen Hilfs-Organisation, aus dessen humanitären Hilfskonvoys vor 16 Wochen 3 Spanier in Mauretanien entführt wurden. Er erklärt uns, daß er hier sei, um die Spanier nach ihrer Freilassung nach Hause zu begleiten, er kommt vom Krisenmanagement. Leider sind die Spanier noch nicht frei, aber er hofft auf baldige Freilassung.

 

Wir dürfen nun bis an die mit einer Eisenkette versperrte Grenze vorfahren. Warten heisst es hier. Passdaten werden nur aufgenommen, nachdem man uns auffordert.  Es folgt die Inspektion der Fahrzeuge - alle sind schwer beeindruckt von unseren grossen Hunden. Sie sind jedoch alle sehr freundlich und betreten mit uns die Wohnaufbauten. Sie schauen in ein paar Schränke und fragen, ob wir humanitäre Güter transportieren oder Whiskey oder Wein dabei haben. 

Aber nichts dergleichen gibt es zu verzollen. Den Ausreisestempel bekommen wir erst ein Gebäude später. Dann fahren wir nach langem Warten endlich ins Niemandsland zwischen den beiden Ländern. Die asphaltierte Strasse bis zur Grenze ändert sich schlagartig in eine üble Piste mit miesen Löchern und weichen Sandpassagen. Hier türmt sich der Müll neben den ausgeschlachteten Schrottautos, wiederlich ! Wir fahren ca 3km durch dieses Niemandsland, bevor wir eine lange PKW und LKW Schlange sehen, die sich vor der mauretanischen Grenze gebildet hat. Bei Aussentemperaturen von 40 Grad nicht wirklich einladend. Die mauretanischen Zöllner haben gerade "Pause".

Wir warten. Immer nur kleine Gruppen von Fahrzeugen werden in den Grenzbereich gelassen, Militär regelt den Verkehr. Die Kette vor diesem Bereich ist von Zeit zu Zeit mit einem Schloss verriegelt. Wir warten gute eineinhalb Stunden, bis wir bis zur Kette gelassen werden. Ein Schwarzafrikaner kommt zu uns und bietet uns an, daß er die KFZ-Pflicht-Versicherung für uns arrangiert, 24€ pro Fahrzeug. Dieter veranlasst alles für unsere Fahrzeuge Dann gehen wir Frauen mit den Pässen und KFZ-Zulassungsscheinen zum Polizei-Büro. Im Gegensatz zu den anderen Wartenden vor uns, werden wir ins Büro gebeten und man unterhält sich freundlich mit uns. Die Passdaten werden im Einfingersuchsystem in arabischer Schrift im PC aufgenommen. Dann heisst es erneut Warten. Nun dürfen wir etwas weiter vorfahren. In einem weiteren Büro müssen wir nun unser Pässe abgeben. Man bedeutet uns freundlich, daß nun Mittagspause sei und erst nachher weitergearbeitet werde. Wir gehen indes mit den Hunden eine kleine Runde, Gaby wechselt Geld und geniesst eine Café. Eine Weile vergeht, bis wir nun der Menschentraube folgend, wieder zum Büro gehen, um zu sehen, was unsere Pässe machen. Man hat noch nicht einmal angefangen, die Passdaten erneut aufzunehmen. Ein hoher Beamter, an der Uniform erkennbar, versucht, eine Warteschlange aus der Menschentraube zu gestalten - es funktioniert, aber nur für 3 Minuten .... Man ist dennoch sehr freundlich, aufmerksam und nett - nie aufdringlich !

Wir erhalten endlich unsere Pässe - mittlerweilen sind wir seit 5 Stunden an diesem Grenzübertritt....

Unsere geplante Route möchte man wissen. Ein junger Mauretanier soll dolmetschen. Wir wollen zunächst nach Nouadibou zum Hafen, dann morgen in den Parc Arguin über die Piste, dann nach Nouakchott ... der hohe Beamte greift zum Telefon und informiert die Kontrollposten von Nouadibou über unser Kommen, gibt Fahrzeugdaten durch. Wir fragen, ob es Probleme gäbe, oder es gar gefährlich sei, aber man verneint dies. "Nur für unsere Sicherheit" heisst es ...das sind wir ja bereits gewohnt.

Wir dürfen endlich passieren.

Der Schwarzafrikaner kommt mit unseren mauretanischen KFZ-Versicherungsdokumenten, gültig für 10 Tage. sie kosten je 3000 OUD, das isnd ca 9€ - dazu möchte er 100Dirham,also 10 € Provision, die er auch gerne bekommt - ist also doch billiger als anfangs angekündigt.

 

6 Stunden haben wir  nun für diesen Grenzübertritt benötigt, nur 2 weitere Franzosen haben wir getroffen,sowie eine Schweizerin mit ihrem senegalesischen Ehemann und Kind war noch dabei, ansonsten alles Einheimische der beiden Länder. Alle waren stets gut gelaunt, geduldig, freundlich.

 

Wir fahren endlich auf einer wieder gut ausgebauten, neuen Asphaltstrasse gen Süden. Minenwarnschilder mit Totenkopfzeichnungen waren vor den Altbeständen der Landminen, die sich entlang der Trasse befinden. Wir passieren eine Polizeikontrolle, die uns jedoch schon erwartet. Wir fahren links auf die Landzunge nach Nouadibou, immer parallel zu den Gleisen des längsten und schwersten Erzzuges der Welt: 2-3km lang ist der von 3 Loks gezogene Erz-Zug, der auch wenige Augenblicke später an uns vorbeizieht. Die Kamera kann diesen Zug nicht bannen, er scheint schier unendlich !

Wir gelangen an eine wunderschöne Bucht, in der mehrer Campervans stehen und parken ein wenig abseits. Die Hunde haben sich einen Strandspaziergang verdient !

Hier ist es wunderschön, sehr sauber und eine malerische Bucht läd zum Verweilen ein.

Ein paar Franzosen sind von unseren Fahrzeugen begeistert und kommen zu uns, um zu plaudern. Wir freuen uns über die netten Kontakte.

Ein Mauretanier fragt uns, ob er uns frischen Fisch oder Krabben/Hummer vorbeibringen soll und Dieter "bestellt" dies für morgen Vormittag.

Kurz drauf kommt ein weiterer netter Mauretanier im Mercedes vorbei, spricht mich mit "einen wunderschönen guten Abend" an und heisst uns herzlich willkommen in Mauretanien. Er erkundigt sich, ob alles ok wäre, er uns irgendwie behilflich sein könne, als ihm freundlich erkläre, das alles bestens sei, wendet er und wünscht uns eine gute Zeit. Im Gegensatz zu Marokko haben wir hier das Gefühl, von ebenfalls sehr gastfreundlichen, aber nie aufdringlichen Menschen umgeben zu sein.

Wir fühlen uns sehr wohl und in keiner Weise verunsichert ob der Warnungen des auswärtigen Amtes. Mal Abwarten, ob das so bleibt.

Ebbe läd zum Wandern ein, wir kommen mit wunderschönen Muscheln zurück und sichten erste Pelikane neben den Möven.

Ein kleiner toter Hai liegt ebenfalls am Strand, einige Seespinnen (Krustentiere) und viele bizarre Steinformationen sind zu bestaunen.

 

Am Abend sehen wir im Schein einer Taschenlampe grosse Krabben an unseren Fahrzeugen. Als wir den Lichtkegel zum Ebbestrand werfen, scheine unzählige, grosse Krabben unterwegs zu sein. Das wollen wir uns näher ansehen und ich kann ein paar Fotos machen, wie die vielen Krabben mit den riesigen Zangen in den Sandlöchern verschwinden.

 

3.2.2010

 

Wir geniessen die Ruhe am Strand, es ist diesig und alles ist klamm. Pelikane sitzen in der Bucht, als der Fischer wie versprochen mit 5 Fischen und 7 Seespinnen/Meereskrabben vorbeikommt. Wir freuen uns und kaufen ihm alles ab, was er mitgebracht hat. Insgesamt für 10 €, dafür nimmt er sie uns aus und entschuppt sie auch schnell. Er freut sich, wir freuen uns - so soll es sein.

 

Wir packen zusammen und fahren nach Nouhadibou, der grösseren Stadt am Ende der Lagune. Im Reiseführer als unfreundliches Nest beschrieben, finden wir es typisch afrikanisch, bunt, nett und wir fühlen uns sehr wohl. Man winkt uns freundlich zu, lacht zurück und Loui kann einen MAN-Zweitschlüssel nachmachen lassen und wir finden eine Kunstschlosserei, die uns eine abgerissene Halterung der Lenksäule anschweisst. Man kommt mit den Menschen ins Gespräch in einem Mix aus Französisch, Spanisch und Gesten und Lachen .... Kinder sind nicht aufdringlich, keiner bettelt nach einem Cadeau. Hier gibt es alles. Diverse Läden mit Schmuck, Möbeln, Lebensmitteln, Schreinereien, Handyläden ...alles bunt und mehr auf der Strasse, als hinter den Ladentüren. In einer Boulangerie/Patisserie bekommen wir ganz frische, warme Croissants und Apfelstrudel - ein zweites Frühstück mitten auf der Strasse. Wir beobachten das Treiben, grüssen die Eselkarren-Fahrer und sind alle begeistert von der angenehmen Atmosphäre - und denken viel an Sheriff, denn hier hat es Unmengen an Oldtimer-Benz-Rundhaubern !!! Am Hafen sehen wir die Überreste einiger Erzschiffe, die rostig und halbversunken zur Silhouette Nouhadibous gehören, auf der anderen Seite der Landzunge sehen wir die Verladestation des Zuges, Massen an aufgestapelten Ersatzschienen für die immense, stark beanspruchte Eisenbahnlinie.

Wir fahren aus der Stadt wieder heraus, nicht ohne zuvor 2 Polizeikontrollen zu passieren, um danach auf die alte Piste in den Bank Arguin Nationalpark zu gelangen. Dieter hat die Koordinaten, die uns beim Enstieg auf die Piste helfen sollen. Luft ablassen heisst es wiedereinmal. Die Piste ist an der neuen Asphaltstrasse mittels eines alten Autoreifens gekennzeichnet - was aber nicht viel heisst, denn davon gibt es unzählige. Dieter findet schnell den Weg durch die Dünen, dann stehen wir an einer Sandpfanne mit nassem, weichen Sand, der uns zunächst ein paar mal zurückfahren lässt, da wir zu weit einsinken.

Wir fahren grosszügig am Rand entlang, dann versucht es Jens mit dem Magirus, den Feuchtsand zu durchqueren, denn sollte er einsinken, ist er schnell wieder herausgezogen. Wir gelangen hindurch wie "durch Butter" und die schweren KATs folgen uns. Wir erreichen eine erstaunlich breite Wellblechpiste durch die Dünen, parallel zur Meeresbucht - plötzlich ist sie komplett verschwunden. Dank GPS und Dieters Pistenerfahrung gehts durch wunderschöne Landstriche, trockene Savanne, erste vereinzelte Akazien tauchen auf und ab und zu auch wieder eine Piste. Wir geniessen die schöne Offroad-Tour und campieren an einer grossen Sanddüne. Drei Krähen leisten uns Gesellschaft - Grund dafür ist, wie wir später sehen, das hinter der Düne liegende Camel-Skelett .... was einmal ein prachtvolles Tier gewesen sein muss.  

 

4.2.2010

 

Wir wachen erneut im nieselartigen Nebel auf und warten, bis es sich aufklart, um auf die Piste zu fahren. Die heutige Piste ist ebenfalls wunderschön, die Steppe verändert sich, Wüstenakazien und Schildarkazien kommen vereinzelt hinzu, Wolfsmilchgewächse und kleine Boabbäumchen. Wir sind immer in Küstennähe, können aber nicht zum Wasser, da der Sand so weich wäre, daß wir versacken würden. Wir finden zum Teil recht frische Quadspuren, die sich aber bald verlieren. Diese Piste war zuvor die Verbindung zwischen Nouhadibou  und Nuakchott, seit der Teerstrasse zwischen den beiden Städten, wird sie aber kaum noch genutzt. Ab und zu finden wir Pistenmarkierungen, aber ohne Dieters GPS-Koordinaten würden wir kaum wissen, wo es lang geht. Wir finden nach kurzem Suchen mit dem Fernglas auch einen alten Brunnen von 1965 - er führt sogar noch Wasser in 30m Tiefe! Um das herauszufinden, beschweren wir Louis 20l Eimer mit einm Stein und binden alle verfügbaren Seile zusammen. Da wir es nicht hochpumpen können, befüllen wir die beiden Kanister für die Hunde.

Wir nähern uns der Küste und Dieter macht per Spaten ein paar Tests, wo der Sand welche Befahrbarkeit hat, bevor wir zu unserem nächten 7km entfernten GPS-Punkt fahren. Es funktioniert prima ! Wir gelangen an ein kleines Fischerdorf, und campieren unweit dieses Dorfes direkt am Meer. Das Wasser läd uns alle zum Baden ein, es ist erfrischend, aber nicht kalt.

Ein Quadfahrer in Militäruniform mit einer Kalaschnikow dabei fährt vorbei und grüsst freundlich.

Als wir gerade beim Abendessen sitzen, fährt ein Parkranger vor und ist sichtlich aufgebracht, daß wir hier campen. Da es laut neuestem Reiseführer aber erlaubt ist und auf der Karte ebenfalls ein Zelt- und Fischerplatz eingezeichnet ist, sind wir uns keiner Schuld bewusst, möchten wir uns nicht verjagen lassen und versuchen, uns höflich mit ihm zu einigen. Er gibt uns 5 Minuten Zeit, ihm zu folgen, was utopisch ist, zieht sehr verärgert von dannen und droht mit der Polizei. Es ist jedoch schon dunkel und es wäre auch nicht wirklich schnell alles zusammengepackt, um weiterzufahren, ohne die Piste zu sehen....  Also harren wir der Dinge die da kommen, wir sind Gast in diesem Land und wollen niemanden verärgern. Um 23h bekommen wir dann erneut Besuch - diesmal von 4 Parkrangern. Diese lassen nicht locker und eskortieren uns dann zum Parkranger-Büro. Dort können wir Tickets für den Nationalpark kaufen (3.600UM)  , doch man will uns zusätzlich ein Bußgeld von 40.000 UM (120€!) pro Auto aufbrummen, da es laut den neuesten Parkregularien nicht mehr gestattet ist, den Park von der nördlichen Piste von Nouhadibou kommend zu besuchen, sondern ausschliesslich von der Teerstrasse und auch nur mit Fahrzeugen mit max. 3,5t ! Das ist reine Abzocke und unfair, denn es gibt weder von der Teerstrasse, noch von der Piste her irgenwelche Schilder, die den Beginn des Nationalparkes ausweisen, noch sind die Park-Regularien irgendwo angeschlagen oder ähnliches. Wir diskutieren 2 Stunden und schaffen es dann, pro Fahrzeug auf 30€ - allerdings will man dies auch in Euro haben - wir denken uns dann unseren Teil, wo das hinwandert.

Solche Erlebnisse sind sehr unschön. Wir ärgern uns und lassen uns dann um 1h zum Campingplatz bringen - angeblich mit Duschen und Toiletten und ganz neu. Hmmm...die Sanitäranlagen sind neu, aber es gibt kein Wasser. Nur einen 10ltr. Kanister ... Man möchte von jedem 10€ Campingplatzgebühr - das ist dann wirklich Abzocke. Dazu kommt dann auch die Gendarmerie, die "nur zu unserer Sicherheit" dabei sind. Da der Campingplatzwärter aber kein Wechselgeld hat, will er dieses zunächst holen, kommt aber die Nacht nicht mehr zurück.

 

5.2.2010

 

Wir schlafen recht lange und laufen morgens zu Strand, an dem es Flamingos geben soll. Einen sehen wir und einen Pelikan. Laut Reiseführer ist dieser Park das grösste Habitat der Zugvögel mit dem größten Artenreichtum und in den Wintermonaten sollen hier 1000de Wasservögel zu beoachten sein. Schade! Wir fahren enlang der Lagune und sehen 2 kleinere Gruppen Flamingos, die ein paar schöne Fotos erlauben. Dann fahren wir entlang der Strandpiste, die wunderschön ist, durchqueren  Dünenfelder ( in denen Jens innerhalb von 15min den Keilriemen wechseln muss) und schlagen schon mittags bei 40Grad unser Camp in der Nähe des Meeres auf, die Hunde gehen Baden, um sich abzukühlen und graben sich kühle Plätze unter den Autos in den Schatten. Die Meeresbrise ist, solange man sich im Schatten aufhält, oder am Strand entlangläuft, sehr angenehm.

Gaby macht leckere Waffeln mit Grappa- und Rum-Rosinen !

Auch diesmal kommt nach wenigen Stunden ein netter Ranger, der uns freundlich bittet, die Nacht entweder auf einem Campingplatz oder am Rand der Parkgrenze zu verbringen, da wo wir uns derzeit befinden, sei es verboten und die Patrouille würde uns dann nachts vertreiben. Wir sehen uns mit ihm gemeinsam die Park-Karte an und er zeigt uns, wo wir ungestört übernachten können. Die Piste in die Dünenfelder ist wunderschön in der Nachmittagssonne und wir finden einen wunderschönen, kühlen Platz - immernoch 37 Grad, aber sehr angenehm im Sonnenuntergang. Gefühle 25 Grad ;o) !!!!

Unsere Biervorräte neigen sich drastisch dem Ende, daher gibts Wassermelonen-Bowle pünktlich zum Sonnenuntergang.

 

6.2.2010

 

Es ist morgens recht kühl und wir sitzen im Fleecepulli draussen beim Frühstück. Heute ist unser letzter gemeinsamer Tag, bevor wir gen Norden wieder nach Marokko reisen und gemütlich noch knapp 5 Wochen für die Rückreise planen können. Wir sind nun 8600km zusammen unterwegs. Für Dieter, Gaby, Loui und Moni geht es gen Süden in den Senegal und Gambia und falls die Grenze nach Mali offen ist, wäre dies ihr Ziel.

Daher gibts heute ein gemütliches Brunch, bevor wir in Richtung Teerstrasse aufbrechen. Die unendliche Weite der Wüste ist immerwieder beeindruckend, auch heute noch und wir können uns kaumsattsehen. Wir gelangen durch Dünenfelder mit rotem, weissen und gelben Sand, Muschelfelder, sehen immer wieder wilde Kamele mit ihren Jungen, sogar einen Wüstenschakal.

Kurz vor der Teerstrasse liegt ein großer Schildkrötenpanzer in den Dünen - von einer Lederschildkröte,ca 50cm  Länge und 30cm Breite. Aufgrund der Artenschutzbestimmungen lassen wir ihn liegen, denn sicherlich wäre kein Zöllner begeistert, den bei uns im Auto zu finden!

Wir kreuzen die Teerstrasse und fahren in ein malerisches Dünenfeld, daß uns eine Weile beschäftigt, da es recht anspruchsvoll ist - aber natürlich mächtig Spass macht.

Dann finden wir einen wunderschönen Platz, spannen gegen den Sandsturm zwei Planen zwischen die Autos, die wir mit Sand beschweren, so daß unsere Wagenburg recht geschütz ist und für die Hunde kühle Schattenplätze entstehen. So lässt es sich gut aushalten. Trotz 44 Grad gehen wir ein bisschen in den benachbarten Dünen

spazieren und finden Überreste von Schlangeneiern, Straußeneiern und Tonschalenscherben.

Wir gammel ein bisschen im Schatten, Jens und Dieter spielen Schach .... das nenn ich Urlaub !!!!

Zwischen Sundowner und der Abschieds-Ente mit Klössen planen wir mit der Landkarte unsere Rückreise. Nichts ist beständiger als Planänderung: Wir haben noch sehr viel Kulanz-Tage eingeplant - daher kommen wir der Bitte nach, doch noch weiter bis zum Senegel mitzufahren. Es sind nur noch 350km bis zur Grenze .... und so freuen wir uns alle auf ein paar weitere schöne Tage .... ;o))))))))

Das Essen schmeckt hervorragend, auch bei 30Grad in der Abendkühle der Wüstendünen. Wir halten sehr grossen Abstand zum Lagerfeuer - sieht zwar schön aus, aber es ist entschieden zu warm! Jens schläft sogar mit Tarek draussen unter freiem Himmel, alle Fenster und Türen des Wohnmobils sind offen, so daß es schön abkühlen kann ....

 

7.2.2010

 

Wir fahren zeitig los, um unser Tagesziel zu erreichen: Eine Jagdresidenz in einem Nationalpark 200km südlich von Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens.

Wir beginnen mit einer wunderschönen Dünendurchquerung, bis wir zur Teerstrasse gelangen - noch 145km bis Nouakchott. Unendliche Weite präsentiert sich rechts und links bis zum Horizont. Ab und zu tauchen kleine Siedlungen auf, jede mit einer Polizeikontrolle, die unsere Passdaten aufnehmen und nach Cadeaux fragen ... nerv ;o(

Aber so ist das eben ..... Nouakchott ist eine Millionenstadt. Ihre Stadtgrenze beginnt schon ab der 30-KM-Markierung. Über der Stadt hängt eine Dunst-Staub-Wüstensand-Glocke, alles ist sandig-diesig. Wir kaufen noch für die letzten Ougia ein und fahren entlang der Hafenstrasse in Richtung Rosso. Nach 75km soll laut Därr-Reiseführer eine gut befahrbare Piste zum Jagdcamp von Keur Massène beginnen ....da ist aber nichts ....  nach 85km sehen wir etwas, was einer Piste ähnelt. Eine weisse Muschelpiste neben einer roten Sanddüne führt zum Meer. Zebu-Rinder und Camele begegnen uns, aber die Piste endet im Nichts. Wir fahren querfeldein, um die Piste zu suchen. Es ist sehr sehr heiss, staubig und wir sind leicht genervt, da sich das Camp in ca75km Luftlinie befindet. Einen GPS Punkt haben wir ja, dank Reiseführer. Irgendwann finden wir ein paar Pisten, die in Südwesten abzweigen, wir suchen uns die beste aus....

Die Landschaft verändert sich in stärker bewachsene Savanne. Hier soll es Warzenschweine geben, "Pumbas", wie man sie hier nennt.

Bis zum Sonnenuntergang haben wir das Camp nicht gefunden. aber ein Hinweisschild und laut GPS-Daten muss es hier irgendwo sein. Wir kommen an ein kleines Dorf mit sehr netten Menschen, die uns weiterhelfen.Eigentlich muss man die Piste aussenherrum nehmen, aber der Sumpf sei trocken....gemeinsam gehen die Einwohner mit Jens und Dieter das Terrain ab, es scheint trocken genug zu sein. Wir fahren als leichtestes Fahrzeug zuerst durch das Schilf, sacken zwar ca.10cm ab, aber kommen gut rüber.Die schweren KATs folgen problemlos.

Das gesamte Dorf scheint uns zuzuschauen, die Kinder sind sehr freundlich und freuen sich über Luftballons und Bonbons, sie betteln aber nicht. Die Frauen winken lachend herüber, bleiben aber auf Distanz. Wir bedanken uns bei den Einwohnern und fahren ins Camp, wo man uns freundlich begrüsst und uns einen schönen Platz zuweist.

Wir werden ins Restaurant eingeladen, falls wir etwas essen möchten, das nehmen wir gerne an. Wir werden verwöhnt, unterhalten uns nett und können sogar in Euro zahlen, Ougia haben wir keine mehr. Wir essen frische Doradenfilets mit frisch gemachten Pommes, grosse Portionen für umgerechnet 6€ - wir haben mit mehr gerechnet, da der Reiseführer aussagt, daß Restaurants in Mauretanien sehr teuer sind, fast vergleichbar mit deutschen Preisen. Das Camp ist sehr gepflegt, das Restaurant zum Teil auf Stelzen in den See gebaut, der Wasservögeln reichlich Fische bietet und der mit Seerosen bepflanzt ist. Eine wirkliche Oase für Pistenfahrer.

Campinggebühr 6€ für alle Fahrzeuge, Brauchwasser bekommen wir kostenlos.

 

8.2. 2010

 

Wir schlafen lange und sind den Vormittag zugange, die Wassertanks mit dem Rinnsal aus dem Schlauch zu befüllen. Aber das Wasser ist von sehr guter Qualität und unsere riesigen Tanks zu befüllen, dauert eben ein bisschen länger. In der Zwischenzeit können wir wunderschöne Fotos machen, Paradiesvögel, Elsterartige und Herons hat es hier viele. Das Camp hat zudem 30 sehr gepflegte und klimatisierte Strohdach-Rundhütten in einer tropisch bepflanzten Gartenanlage.

Aus den Unterhaltungen von gestern haben wir erfahren, daß kommendes Wochenende eine Jagdgesellschaft aus St.Louis erwartet wird, man ist jederzeit auf Besucher eingestellt. Wir brechen mittags auf und suchen die Piste nach Diama, denn der Grenzübergang ist im Gegensatz zu Rosso auf jedenfall zu bevorzugen. Da der Senegal und Mauretanien durch den Senegalriver getrennt sind, muss man in Rosso eine Fähre nehmen und die Schlepper verhandeln harte Preise, sie lassen einen nicht auf die Fähre, bis ihr Preis stimmt, reißen Gruppen mit mehreren Fahrzeugen auseinander, um einen in für sie günstigere Verhandlungspositionen zu bringen - der Grenzübergang Rosso ist berüchtigt, wir meiden ihn gerne.

Vom Campement des Chausseurs finden wir eine Hauptpiste, die zunächst nach Osten führt, der Damm ist durch Bauarbeiten derzeit nicht befahrbar. Eine Piste führt gen Süden zur Ortschaft Kheur Massene. Dort finden wir den Abzweig nach Westen zunächst nicht, Die Menschen sind freundlich uns sehr hilfsbereit und versuchen uns, den Weg zu weisen. Da aber der Bürgermeister und Jagdpächter gerade in ihrem Mercedes unsere Fahrzeuge sehen und man weiß, daß Touris Diama suchen, fahren sie vor und zeigen uns den Weg bis zum Damm. Wir gelangen automatisch in den Diawling Nationalpark, den man vom hochgelegenen Damm wunderbar überschauen kann. Riesige Kolonien von Pelikanen sehen wir, Warzenschweine, Kraniche, Seeadler, sogar Marabus ! Und immer wieder Cebu-Rinderherden mit ihren Hirten. Eine wunderschöne Alternative zu Rosso, auch wenn die 63km lange Piste viele Schlaglöcher hat. Wir erreichen die mauretanisch-senegalesische Grenze und werden insgesamt viel Geld los : 10 € bekommt der mauretanische Zoll als "Brückenzoll", 5€ die Commune für die Strassenbauarbeiten, weitere  10€ fordert die Grenzpolizei, nachdem wir eine Stunde im Polizeihäuschen warten, obwohl keine anderen Touristen dort sind.... wir fahren über den Damm auf die senegalesische Seite, an der Schranke heisst es , 20€ pro Fahrzeug, sonst wird sie nicht geöffnet... wir handeln auf 15€ runter und dürfen passieren. Beim Grenzpolizisten bezahlen wir ausnahmsweise nichts, dafür sollen wir sein Schaf anschauen, als er bei den Berufsangaben unsere medizinischen Berufe notiert ... Beim Zoll werden die Passagescheine (Fahrerlaubnis für den Senegal) ausgestellt und die Fahrzeuge in die Pässe eingetragen, das kostet rund 4 €, muss aber in CFA bezahlt werden, dann geht man zum Versicherungsbüro und erwirbt eine einmonatige KFZ-Pflicht-Versicherung für 38€ .... und wir wechslen Euro in ein paar CFA, um den Zöllner zu bezahlen, der ebenfalls die Autos inspiziert. Der Grenzübertritt dauert 3 Stunden - in der Zwischenzeit schmückt Louis MAN ein Cebu-Hörnerpaar, was Monika geschenkt bekommen hat.

Wir fahren in Richtung St.Louis und werden alle 5 Minuten von Polizeikontrollen gestoppt, einmal sogar vom Zoll, auch dort wiederum zu einer Fahrzeugkontrolle der Wohnaufbauten, obwohl man an den Dokumenten sieht, dass wir gerade erst eingereist sind. St. Louis erreichen wir in der Dämmerung, die Sonne versinkt gerade im Meer. Die Stadt ist voller Leben, lachende, singende, freundliche Menschenmassen bewegen sich auf der Strasse, der Verkehr kommt fast zum Erliegen, Strassenrestaurants entstehen aus dem Nichts, chaotisches Gewusel in den Läden und den Strassenständen, dazwischen Muli-Droschken .... ein ganz anderes Afrika zeigt sich hier ! Wir fahren durch die volle Stadt zum Hafen und folgen den Schildern zur Zebrabar. Noch 16km bis dorthin - wir freuen uns riesig auf ein kühles Bier !

Gegen 20h erreichen wir die Zebrabar, werden sofort vom schweizer Besitzer freundlich empfangen und die Küche ist für uns auch noch geöffnet.

Die Anlage ist superschön, viele Bäume beiten Schatten und Hängemattenplätze, die Hunde können mit ins Restaurant...was will man mehr ?

 

9.2.2010

 

Das Meeresrauschen hat uns in den Schlaf gewogen. Die Zebrabar liegt in einem Nationalpark in einer Lagune. Eine vorgelagerte Landzunge trennt die Lage der Bar vom Atlantik, aber die Wellen hört man bis hier ! Ein 20m hoher Aussichtsturm bietet einen tollen Blick über das Gelände. Wir wollen ein paar Tage hier verweilen, Autos abschmieren und technisch warten, Wäschewaschen, Schwimmen, in der Hängematte faulenzen und den Hunden eine Fahrpause bieten und lange am Strand Gassi gehen. 

Die Zebrabar ist dafür die ideale Oase !

 

11.2.2010

 

Wir haben dieses Paradies wirklich genossen, Martin und Ursula sind wundervolle Gastgeber, ihre Kinder Samira und Marco laufen in ihren Fussstapfen ! Es ist eine Oase, in die wir gerne zurückkehren. Wir brechen morgens gen Süden auf, um zum Foret de Bandia zu gelangen, 65km östlich  von Dakar. Wir folgen den ersten 18km Piste bis zur Teerstrasse. Dort werden wir von der ersten Gendarmerie-Kontrolle inspiziert. Zum ersten mal in Afrika werden wir nach den Dokumenten für unser Hunde gefragt. Die Beamten sind akkurat und gleichzeitig nett. Sie finden Pässe mit Passbildern für Hunde sehr komisch, verstehen gar nicht, wieso man Hunde mti auf Reisen nimmt, denn hier haben Hunde einen anderen Stellenwert. Das Gespräch wandelt sich von nett zu lästig, denn alle Beamte erwarten Geschenke, Aufmerksamkeiten und wollen die Pässe erst wieder hergeben, nachdem sie etwas bekommen haben. Wir haben aber nach so vielen Kontrollen weder Kulgelschreiber, noch Werbegeschenke ... es ist sehr mühsam, sich dort loszueisen .... Zu unserer Verwunderung werden wir an den folgenden Kontrollposten durchgewunken, was uns wirklich erleichtert, denn die Kontrollen vor und nach jeder Ortschaft sind echt nervig.

Wir fahren durch viel kleine Siedlungen. Die Menschen hier sind alle in sehr farbenfrohe, hübsche Gewänder gekleidet, alle lachen, plaudern, viele sitzen in Gruppen am Strassenrand und warten auf Buscgtaxis und Minibusse, trinken Tee, die Kinder spielen Fussball, in den Strassenläden wird geschmiedet, gehobelt, geschreinert und an Autos herumgeschraubt. Dieter benötigt Flacheisen zur Reparatur einer abvibrierten Staukiste udn bekommt diese in einer der Kunstschlossereien. Die Meschen hier sind aufgeschlossen, freundlich und sehr offen, gesprächig und hilfsbereit. Senegal zeigt sich für uns im deutlichen Kontrast zum fast 100% moslemischen Mauretanien und Marokko. Auf der Strasse ist das Leben zu sehen !

Wir kommen nach Bandia, aber die Sonne geht schon bald unter und so entscheiden wir uns, den Eingang zum Park erst am kommenden Morgen zu suchen.

Der Foret de Bandia wurde von einem deutschen Förster gegründet und beherbergt nebem Giraffen, Zebras, Sprinboks, Affen etc auch Rhinos. Mal schauen, was wir sehen werden.   

 

12.2.2010

 

Am kommenden Morgen fahren wir querfeldein und gelangen auf die Piste rund um den Nationalpark ! Eine der schönsten Pisten dieser Tour. Soweit das Auge reicht, stehen hier Baobabs, die afrikanischen Flaschenbäume. Sie erinnern an den Zauberwald aus der Geschichte "Alive im Wunderland". Ich bin total fasziniert von diesen uralten Bäumen. Wir gelangen durch ursprüngliche Dörfer, Rundhütten aus Stroh und Palmenblättern, alle Bewohner sind freundlcih, winken und lachen viel. Es ist für mich das typische Bild Afrikas, was man sich als Kind vorgestellt hat. Die Menschen sind bunt gekleidet, in wunderschöne Gewänder gehüllt, die Frauen tragen Körbe auf dem Kopf, sind am Brunnen gemeinsam am Waschen, am Lachen, am Schwätzen. Meist bestehen die Gruppen unter den schattenspendenden Schirmakazien entweder aus Männern oder Frauen mit Kindern, selten sind sie bunt gemischt. Am Wegrand bieten sie Nüsse, Korbwaren, Obst und Gemüse an, die Kinder spielen Fußball oder stehen bei den Ziegen- oder Zebuherden. Wir fühlen uns sehr wohl im ursprünglichen Senegal !

Mittags erreichen wir dann die Teerstrasse und auch den Eingang zum Reserve de Bandia. Es macht zunächst den Eindruck eines Safariparks, aber nach näherer Betrachtung sind wir dann doch überzeugt, daß ein Besuch sich lohnt. Ein sehr gutes und dennoch preiswertes Restaurant kann man auch ohne Parkgebühr besuchen. Die Restaurantterasse verläuft direkt an einem Wasserloch, an dem sich Wasserbüffel, Krokodile, Affen und Warzenschweine tummeln. Wir geniessen in serh entspannter, schöner Atmosphäre eisgekühltes Bier, freundliches Personal und sehr gutes Essen!

Danach gönnen sich Jens, Gaby und ich eine Tour durch den Park - im angemieteten Jeep mit Guide - schliesslich wollen wir Rhinos sehen ;o)

Da keine weiteren Gäste da sind, haben wir den Guide ganz für uns alleine und ausreichend Zeit, um die 3500ha des Reservates zu erkunden. Giraffen, Zebras, Savannenbüffel, Elands, Gazellen - und natürlich Rhinos - die Jens und Gaby ebenfalls mit dem Guide von der Nähe betrachten können - ausserhalb des Jeeps !

Dieses Erlebnis ist ein schöner Wendepunkt für unsere Reise. Wir campieren am Zaun des Reservates im Baobabwald.

 

13.2.2010

 

Heute morgen heisst es Abschiednehmen !

Wir fahren nach Norden, zurück zur Zebrabar, Gaby, Moni, Dieter und Loui wollen noch weiter im Senegal bleiben und Gambia und Mali besuchen.

Es ist schon eigenartig, so alleine zu sein....

Wir erreichen die Zebrabar schon mittags - pünktlich zum Theater der Kinder ! Die Genealprobe hatten wir schon mitverfolgen dürfen, nun war die erste Aufführung für die Kinder aus dem Dorf Muit und ich hatte versprochen, zu fotografieren ! Die Aufführung war super ! Das Stück handelte von 2 verfeindeten Gesellschaftsgruppen, deren Kinder nie miteinander spielen durften...sie taten es natürlich und gingen jedesmal das Risiko ein, bestraft zu werden....nach und nach hatten sie jedoch feste Freundschaften untereinander geschlossen und schafften es somit, die Clanchefs zu überzeugen, daß Rassismus keinen Sinn macht - also wurden sie alle Freunde.

Man erklärte auch hier den Kindern das allseits brisante Thema, denn auch im Senegal gibt es viele verschiedenen gesellschaftliche Gruppierungen innerhalb der Bevölkerung, die sich nicht akzeptieren. Nicht nur durch verschiedene Hautfarben, sondern auch untereinander ist Rassismus hier allgegenwärtig.

Die Theatergruppe bestand selbst aus Kindern zwischen 7 und 12Jahren, das Publikum ebenfalls und es endete im interaktiven Spiel miteinander ! Wunderschön !

 

Die Nachrichten per SMS von Gaby waren aber alles Andere als schön:

14:30h " Loui hat sich am Flußufer versenkt, ganze rechte Seite bis Einstieg, versuchen zu winden, ist aber kein Platz" (Mangrovenufer!)

18:00h " Graben seit 3 Stunden, winden geht nicht, ziehen nach vorne, 2x Gurte gerissen. LKW sackt immer tiefer"

 

Wir sind sprachlos, können aber nicht wirklich helfen. Sie sind gut 300km südlich und mit unserem kleinen Maggie sind wir kein Gegengewicht, wenn der 26t vom Dieter schon nicht ausreicht und die 20t-Seile reissen .... wir können nur hoffen und an sie denken !

 

20.43h "Windenseil gerissen"  die SMS werden spärlicher, wir können uns vorstellen, wie schlimm es ihnen ergeht !

22.35h " Geben jetzt auf, machen morgen weiter, Windenseil 5x gerissen, bekommen morgen Schiffstau"

 

Wir drücken die Daumen, daß sie es schaffen !

 

01.06h "Sch... Flut setz LKW unter Wasser bis zum Einstieg !"

 

Morgens kam folgende SMS: "Haben 2 Helfer, der LKW wurde von der Flut unterspült, es fehlt an starkem Material, alles reisst." Gaby fuhr wohl am Morgen nach Mbour, um Hilfe zu organisieren, aber Sonntags einen Caterpillar aufzutreiben ist auch in Afrika nicht einfach. Die nächste SMS kommt von Dieter: "Haben 2 Magirus Jupiter (3-Achser) klargemacht mit Winden und 17m Schiffskette - Bergung beginnt am Montag" ....

 

 

14.2.2010

 

Unser Stop bei Ursula, Martin, Samira und Marko in der Zebrabar war kurz - wir wollten weiter nach Mauretanien.

Ein langer Spaziergang mit den Hunden am Strand vor dem Frühstück, dann schnell duschen und Wassertanks auffüllen und schon gings auf nach Diama !

So wunderschön, wie wir den Sengal auch finden, besonders die aufgeschlossene, fröhliche Art der Menschen - so wiederlich sind die Polizeikontrollen der korrupten und profilneurotischen Polizisten. Alleine auf dem Weg bis St. Louis haben wir 6 Polizeikontrollen über uns ergehen lassen müssen. Jedesmal mit Diskussionen, Fahrzeugkontrollen, ob die Bremslichter gehen, die Blinker, sonst müssten wir zahlen. Angeblich benötigt unser Ersatzreifen eine Felge, das sei so sonst illegal ...viel Drumherumreden, Machtgehabe....alle Papiere werden gesichtet, internationaler und nationaler Führerschein, obwohl sie dei Plastikkarten-Ausweise eh nicht lesen können ... Kontolle der Warnwesten, von der er eine als Cadeau behalten wollte, was wir aber nich

t mitmachten, Kontrolle des Feuerlöschers und der mind. 2 Warndreiecke... der Dreisteste warf uns vor, wir wären zu schnell auf die Kontrollstelle gefahren - mit 40km/h ein echtes Wunder ! Er behielt einfach die Papiere ein (Passavant, Führerschein) und gab sie nicht eher her, bis er 40€ Bussgeld kassiert hatte .... mit anderen Fahrern sprang er ähnlich um. Das NERVT tierisch !!!

Kein Wunder, daß viele Touristen nur einmal den Senegal mit eigenem Fahrzeug besuchen ....

 

An der Grenze sind wir diesmal schnell. 10€ für den Grenzpolizisten, der Zöllner will nichts, er erkennt uns wieder und will diesmal das Fahrzeug mit den vielen grossen Hunden nicht inspizieren. 10€ für die Schranke .... naja - vor 5 Tagen sollten es 20€ sein und wir handelten auf 15€ ...

Auf mauretanischer Seiten dann 10€ für das Fahrzeug, das im Pass eingetragen wurde, 15€ für die KFZ-Versicherung, 10€ für die Grenzpolizisten - die uns ebenfalls wiedererkannten und sehr nett mit uns plauderten.

 

Innerhalb von einer Stunde waren wir in Mauretanien !

Und freuten uns schon auf die netten Poliziekontrollen, in denen man nur ein "Fiche" (Dokument mit allen Passdaten und Autokennzeichen) aus dem Fenster reicht und sofort weiterfahren darf - im Vergleich zum Senegal eine Wohltat ;o)

Wir passierten wiederum den Dawling Nationalpark über den Damm und bogen in Kheur Massene auf die neue Piste nach Goudron ab - das spart rund 70km auf dem Weg nach Nouakchott. Diese Info kam von dem netten Polizisten in Kheur Massene - die Strassenkarte gibt sowas nicht her und unser Navi schon gar nicht !

Wir kamen 150km vor Nouakchott auf die Teerstrasse und folgten der  löchrigen  Asphaltstrasse durch viele kleine Dörfer, gaben 7 netten Gendarmerie Royale-Beamten unsere "Fiches" und erreichten Nouakchotts Camping Tergit am Strand noch gerade im Sonnenuntergang !

Der Platz verdient den Namen Campingplatz eigentlich nicht mehr ... bewachter Parkplatz wohl eher ... die Sanitäranlagen sind unser aller Kanone, aber die Gendarmerie ist dort mit 2 Posten und Quad vertreten - sie wohnen dort und feierten bis nachts um 4h eine laute Party .... naja, egal, wir waren ja nicht lange dort.  (Km 9848 seit Usingen)

 

15.2. 2010

 

Wir fahren durch die Stadt, erkennen einige Ecken wieder und orientieren uns an Kreiseln und Tankstellen, an Schildern hapert es und das Navi ist hier eigentlich nur für die Geschwindigkeit und die Himmelsrichtung zu gebrauchen, was im Grunde ja ausreichend ist. Nouakchott ist eine Millionenstadt mit vagen Stadtgrenzen .... und es gibt hier keine Wasserversorgung - nur per LKWs von 70km Entfernung wird die Stadt versorgt.

Nach Nouhadibou sind es 465km - wir schaffen es heute auf 11 Polizeikontrollen, die uns alle freundlich gesonnen sind und uns schnell weiterfahren lassen. Die Teerstrasse ist von Dünen gesäumt, ab und an kleine Dörfer mit Zelten und Hütten, einige sind als Restaurants ausgewiesen, sprich, die Zelte sind offen, haben Matrazen als Ambiente und Wasserkanister vorm Zelt ....

Wir kommen gut voran und bekommen durch miese Staubwolken den Erzzug angekündigt, der  um 15.30h Nouhadibou verlassen hat und gen Bou Lanuar fährt - eine Staubwolke donnert an uns vorbei .... schon wieder keine Fotos von dem Monsterzug. Wir erreichen unsere wunderschöne Lagune um 16h und können mit den Hunden noch sehr schön am Strand spazieren gehen und wunderschöne Muscheln sammeln ...

 

16.2.2010

 

Gegen 9h verlassen wir unser Strandcamp und fahren 45min  in Richtung Grenze - da kommt wie bestellt nochmal der Erzzug auf uns zugerollt !!! Wahnsinn, dieser ewig lange Güterzug mit mehreren Loks ! Wir kennen die Örtlichkeiten der Zollkontrolle und die Barakken, in denen wir unsere Stempel holen müssen und  in nur einer halben Stunde sind wir auf der mauretanischen Seite fertig - ohne Bakschisch :o) !!! Die Zöllner und Polizisten erkennen uns wieder und wir plaudern und lachen viel. Mauretanien hat uns - wenn es auch nur wenige Tage waren, sehr gut gefallen. Die Menschen sind nett, offen, das Land ist schön, das Land der Mercedes-Rundhaber, der Dünen, der Weite ....

 

Dort haben wir auch endlich wieder Handynetz und erfahren, daß Loui mittlerweilen geborgen wurde. Ein blauer Magirus Jupiter (sicherlich Ex-THW) und ein Volvo haben es geschafft - allerdings für insgesamt 1500€ ... danach musste das Fahrzeug vom Salzwasser abgespritzt und die Bremsen gereinigt werden .... durch die gerissenen Bergegurte scheint ein Einstieg abgeschlagen zu sein ... aber scheinbar keine weiteren herben Verluste. Sie feierten die erfolgreiche Bergung mit 18 Einheimischen und Sekt. ...

 

Um 10.45h gelangen wir an die marokkanische Grenze.... hier lässt man uns lange Warten, bis wir überhaupt zum ersten Kontrollposten dürfen - die Fahrzeugdaten, Führerschein und Passdaten werden aufgenommen. Dann Einreisekarten ausfüllen und zur Grenzpolizei. Dann heisst es warten, bis wir in die Scannerhalle einfahren dürfen - rund 2 Stunden. Hier gibt es eine LKW/PKW-Röntgenhalle, die nur max. 3 Fahrzeuge kontrollieren kann - und das von beiden Seiten - sprich 3 Fahrzeuge ex Marokko, dann 3 von Mauretanien .... es dauert.

Wir sind die letzten vor der Mittagspause - Glück gehabt. Danach zum Zoll für die Dokumente. auch das dauert wieder ewig, aber mit ein paar Franzosen haben wir viel zu lachen ;o) .... auf die Wohnmobilinspektion wird dann dankend verzichtet, als der Zöllner unsere Hunde erblickt, winkt er dankend ab !

 

Wir sind endlich durch - nach 4Stunden ... aber alles ohne Euros zu verteilen - dafür schnorrten die Beamten 5 Zigaretten, eine Dose Bier (Whiskey wäre ihnen lieber gewesen) eine halbe Flasche Cola, die man beim Kontrollieren sah und eine Hand voll Popcorn....

 

Wir fahren 70km weiter zu der Tankstelle bei Bir Gandouz, wo wir auf der Hinfahrt schon eine kurze Pause eingelegt hatten. Im Palmengarten des Motel Barbas freuten wir uns über Hähnchen mit Pommes und Salat, Milchkaffee und netten Service für knapp 8€ insgesamt - und wir tankten 360Liter Diesel für unter 190€ -  das macht Spass!

Wir wollten noch ein Stück Richtung Dakhla fahren, es wurde dann aber doch noch später und wir fuhren trotz Minenwarnschildern 160km vor Dakhla in die Dünen zum Sonnenuntergang zum Strand. Wir folgten einfach den vielen Reifenspuren der Fischer zum Dünenrand und Jens lief das letzte Stück ab, um die Sandbeschaffenheit zu prüfen. Es war fest genug, um sich zwischen die Dünen zu stellen und mit den Hunden an den menschenleeren Strand herunterzulaufen und zu warten, bis beim kalten Bierchen der Mond und der gigantische Sternenhimmel zu sehen war .(Km 10.606 von Zuhause)

 

17.2.2010

 

Wir schlafen lange und gehen dann nach einem ausgedehnten Frühstück am Strand spazieren .... als wir dann reisefertig alles verstaut haben, graben wir uns im Dünensand fest ... wir schaufeln 2 Stunden, nutzen die Sandbleche Meter für Meter und lassen dann doch die Luft aus den Reifen auf 1,5bar ab ....

Mittags sind wir dann endlich wieder auf festem Untergrund .... naja, gehört auch mal zum Pistenfahren dazu ;o)

 

Die Landschaft ist sehr öde, ein paar Dünen lockern das Bild der flachen Wüstenebene, ab und an Kamele und ein paar schöne Blicke auf die Steilküste ... ansonsten NICHTS.

 

Wir erreichen Dakhla gegen Nachmittag - es sind kaum weitere Touris in der Lagune .... wir haben eine Bucht ganz für uns alleine, auf Kilometer keine Menschenseele !

Es stürmt jedoch gewaltig ..... der Sandsturm lässt uns bei Ebbe eine Runde mit den Hunden drehen, denn dort peitscht der feine Sand nicht ganz so arg ins Gesicht ... danach gibt es im Maggie Abendessen und Wir nutzen erstmal den Laptop zur Abendgestaltung und schauen Fotos von Loui und Sheriff an ...

 

18.2.2010

 

In der Nacht hat es heftig gewittert, gestürmt und geregnet.  Aber morgens ist es klar und schön und wir geniessen die Einsamkeit an der Lagune mit einem langen Spaziergang. Amboss hatt sich zu unser aller Freude (?!?!?) in einem verwesenden Oktopus gewälzt und stinkt erbärmlich ...was wir die nun anstehende Fahrt nach Boujdour geniessen .... Die 320km ziehen sich enorm, die Landschaft ist öde und flach, immer entlang der Steilküste zum Atlantik mit Gegenwind und Sandsturm. Dieser scheint hier mächtig gewesen zu sein, denn die Verkehrsschilder, die vor 14Tagen noch intakt gewesen waren, sind teils heftig verbogen - Cyclone sind hier nicht selten, Schilder warnen davor ...

Wir erreichen Boujdour gen mittag, finden aber den Campingplatz nicht direkt. Als wir an der Polizeikontrolle fragen, werden wir zum Tee eingeladen und man malt uns einen Stadtplan und quasselt sehr nett mit uns. Der Hinweis auf den hiesigen Souk lässt Jens die Augenbrauen hochziehen, denn bisher hat er es vermieden, daß ich "shoppen" gehe, bei der letzten Marokkotour war das Auto voll mit Kunsthandwerken, so daß wir jeden Abend räumen mussten, um ins Bett zu kommen ;o)))

Der Polizist entschuldigt sich für den Hinweis und wir lachen viel ...er wolle ja nicht alle Frauen über einen Kamm scheren, aber die Kaufwut einiger Frauen sei wohl extrem und er können Jens gut verstehen. Darauf gibts gleich nochmal einen Tee. Zur Besänftigung zeigt er mit die gerade kochende Tajine und erklärt mir freundlich, wie ich sie optimal für Jens koche, damit er mich auf den Souk lässt - zumindest, um Gemüse und Kamelfleisch zu kaufen ....

 

Wir fahren nach dem handgezeichneten Plan durch die Stadt und finden Obstgeschäfte und den Campingplatz umgehend - sehr gepflegte Anlage, in der man nach Bestellung auch Tajine zum Auto geliefert bekommt, was wir gerne für heute Abend bestellen - dann muss ich nicht kochen ;o) ... hier gibt es Internet und warme Duschen

und eine Autowaschstrasse für Salzwasser-Pistenfahrer .... wow ! Unser dritter Campingplatz in 2 Monaten !

 

19.2.2010

 

Das mit dem Internet hat leider wieder einmal nicht funktioniert, dafür war aber die Cameltajine soooooo lecker und der Campingplatz ist super sauber - Amboss jetzt auch wieder, nachdem Jens ihn mit in die Dusche verfrachtet hat ....

Wir versuchen es heute nocheinmal.... vielleicht mit Erfolg, aber wahrscheinlich ohne Bilder. Naja, die kann ich ja bald nachfügen ;o) noch 4 Wochen, dann sind wir wieder zuhause. Da immernoch kein Internet funktioniert, gehen wir erstmal an den Strandboulevard.

 

Der Sturm hat sich gelegt und der Atlantik mit seinen gestern abend noch meterhohen Wellen ist recht ruhig. Wir geniessen den Morgen und lassen es ruhig angehen.

Trotz drei mächtig um den PC des Büros herumwuselnden Technikern und der Helpdesk-Dame von der Maroccanischen Telekom, die man durchs Telefon lautstark rufen hört, haben wir zwar eine Verbindung, aber keine Seite kann aufgerufen werden ... nach einer Stunde geben wir es auf...sicher gibt es hier irgendwo Internetcafés, aber wir wollen bei den Temperaturen, die in einem Auto schnell entstehen können, keinen Hund in der Stadt im Auto lassen, um im Internetcafé den Blog upzudaten, das dauert hier bekanntlich auch immer mal schnell einige Stunden ....  

 

Wir fahren gen Laayoune, der schönen und sauberen Militärstadt. Kurz vor der Stadt, etwa 40km südlich, biegen wir auf eine schwer erkennbare Piste ab zum Strand, da hier mal ausnahmsweise keine Steilküste sondern ein Sandstrand zu erkennen ist. Wir fahren nicht ganz bis zum Dünenrand, um nicht noch einmal schaufeln zu müssen.... Es ist zwar noch recht weit zu Fuss bis zum Meer, aber wir finden die zuvor auf der Hinreise vermissten Schiffswracks ! Ein ausgedehnter Spaziergang dahin ist die Folge ! Leider finden wir auch hier einen toten Delphin, der wohl Opfer der Fischernetze wurde, denn seine Rücken und Schwanzflosse sind vom Rumpf abgetrennt und Reste von Netzen hängen in seinen Flanken.... Armer Flipper ! Unweit daneben liegt eine grosse Meeresschildkröte, die wohl gleiches Schicksal ereilte .... ein wenig traurig laufen wir zurück zum Magirus und müssen schon wieder lachen: Unser Blauer ist umrundet von Kamelen ! Eine ganze Herde ! Tarek und Nicki finden das zunächst nicht nett und rennen bellend auf die verdutzten Höckerträger zu, lassen sich dann aber abrufen ! Viele weisse Kamele sind unter ihnen und sehr viele Babykamele !

 

Wir fahren weiter nach Laayoune und kaufen noch das Nötigste ein, dann wollen wir raus zum Salzsee für die Nacht. Es muss sehr viel geregnet haben in den vergangenen Tagen, denn die Wüstenebene ist vielerorts überschwemmt, da das Regenwasser durch den harten Boden nich versickern kann. Auch der riesige Salzsee 40km vor Tafaya  ist mit einer seichten Wasserschicht bedeckt. Wir finden einen schönen Stellplatz am Ende einer alten Piste und geniessen den Sonnenuntergang über dem Salzsee.

 

20.2.2010

 

Heute verlassen wir das marokkanisch besetze Gebiet der Westsahara. Wir sind nur unweit der an diesen historischen "Grünen Marsch" erinnernden Pyramiden bei Tah.

Wir folgen der Strasse entlang der Küste bis zum Nationalpark "de Khenfiss Naila", um uns dort nochmal für einen kurzen Spaziergang zur Lagune aufzuhalten, aber auch heute sind von den ehemals hunderten von Flamingos nur ein Dutzend vorort. Weiter in Richtung Sidi Akhfenir wollen wir einkaufen, aber seit Tagen scheint kein Versorgungstrupp hier durchgekommen zu sein. Die Ladenbesitzer zucken mit den Schultern, es gibt bis auf weiteres kein frisches Brot, kaum Gemüse oder Obst und was noch schlimmer ist: Kein Diesel ! Wir werden immer wieder per Handzeichen nach Norden verwiesen.

 

20km weiter nördlich gelangen wir zu einer Tankstelle, an der wir auf dem Hinweg bereits getankt hatten - und werden prompt gefragt, wo die anderen beiden Offroad-Trucks denn sind, wir waren doch eine "Gruppe" ;o) Wir bekommen hier Diesel, aber man erklärt uns auch hier, daß die Einheimischen keinen Sprit bekommen, nur Transitreisende. Heute sei Samstag, das bedeute, daß vor Montag Abend oder Dienstag keine Lieferung zu erwarten sei. Wir tanken für 140€ 282 Liter Diesel.... wow!

Auf der Strecke zwischen Sidi Akhfenir und El Ouatia (ehem. TanTan Plage) ist dei Strasse vielerorts leicht überschwemmt und in der trockenen Ebene haben sich Tümpel gebildet. Kamele und Ziegen stehen unweit der Strasse oder auch mittig auf dieser und überall spriesst frisches Grün !

Wir wollen eigentlich einen Platz an der Küste finden, aber alle Zugänge zum Meer, an die wir uns von der Hinreise erinnern, sind verschlammt und nicht befahrbar.

Bis TanTan sind es nur noch 70km, also entscheiden wir uns auf eine Weiterreise ins Landesinnere. In Tan Tan gibt es dann auch 2 frische Grillhähnchen und Brot.

Tan Tan ist vielen bekannt von einem sehr auffälligen Torbogen, der die Stadtgrenzen markiert. Fast jede marokkanische Stadt hat an ihren Aussengrenzen auf der Hauptstrasse ein Tor, durch das man hindurchfährt. In Boujdour war es gesäumt von Straußen und Delphinen, auf der Strasse der Kashbas sind es oftmals zinnenbesetze Tore, in TanTan sind es 2 sich gegenüberstehende Kamele in xxl und diese findet man oft auf Postkarten.

 

Der Draa, der eigentlich als ausgetrocknetes Flussbett am Rande der Stadt liegt, ist voller Wasser und die Brückenzufahrt ist überschwemmt. Die Kinder freuen sich über so viel Wasser und spielen am Fluss, viele Frauen waschen dort ihre Wäsche,  andere Menschen stehen verwundert am Ufer. Als wir aus TanTan herausfahren in die kargen Bergzüge, ist auch hier in den Seitenarmen des Draas recht viel Wasser - es muss massiv geregnet haben, was uns Iris und Ralf per SMS bestätigen "Dauerregen von Rabat bis Marakesch und im Gebirge". Wir finden dennoch eine trockne Piste und biegen östlich am Draatal ab. Wiedereinmal wägen wir uns abseits der Zivilisation ... kaum haben wir den Campingtisch, Stühle, Bier und Hähnchen draussen, fahren 2 Geländewagen an uns vorbei, die scheinbar aus einem kleinen Dorf am Ende der Piste kommen - sie winken und zu und grüssen freundlich, denn auch hier geniesst man gerne ein Picknick am Wochenende im Grünen. Wir machen noch einen Erkundungsspaziergang mit den Hunden, können aber weit und breit keine Siedlung erspähen.

Wir bekommen ebenfalls Besuch von 2 Schafs- und Ziegenhirten, die sich in einem Mix aus Spanisch-Berberisch-Französisch mit uns unterhalten ...

 

Wir campieren noch einen weiteren Tag hier im Draa, da Amboss krank ist - unser Alles-vom-Boden-Fresser hat sich scheinbar den Magen verdorben ...

Das kuriert sich am besten durch einen Fastentag.... und wir schaffen es seit Jahren mal wieder zu einer Back-Gammon Odysee .... etwas, für was wir uns zuhause keine Zeit nehmen....

 

22.2.2010

 

Wir brechen morgens auf in Richtung Guelmim und sind wirklich verwundert, wie massiv sich die Landschaft in den letzten Wochen verändert hat - vor 3 Wochen war es hier eher karg, braunrote Felszüge und Bergkämme mit spärlichem Bewuchs dominierten die Szene - heute ist ein hellgrüner Teppichflaum überall zu sehen - soweit das Auge reicht. Die Strassen sind zum Teil unterspült und der Asphalt ist weggebrochen, Pisten, die wir zuvor genommen hatten, um an die Küste  zu gelangen sind definitv nicht ohne weiteres zu befahren, überall steht das Wasser am Strassenrand in grossen Pfützen.

In Guelmim kaufen wir frisches Obst und Baguette und fahren zum Plage Blanche, denn derzeit ist es windstill und sonnig. Wir treffen dort auf einen deutschen und einen österreichischen Offroad-Mercedes und freuen uns über nette Gespräche - alle sind im Allrad-LKW-Forum angemeldet, so hat man nun auch mal ein Gesicht zu den Nicks.

Wir gehen ausgedehnt spazieren, trinken dann noch gemütlich ein Bierchen zusammen und tauschen GPS-Daten von tollen Plätzen aus, bevor wir uns zum Fort Boujerif aufmachen - ein ehem. spanisches Fort unweit des Plage Blanche, das nun einen sehr schönen Campingplatz beherbergt. (www.boujerif.com). Dort wollen wir uns mit Iris, Ralf, Inge und Filip treffen.

 

25.2.2010

 

Unser kurzes Zusammentreffen war superschön. Das Fort läd zu schönen Wanderungen ein, es ist riesig und lässt  vermiten sehr alt zu sein - aber es wurde 1935 von Franzosen errichtet und es waren 1200 Soldaten hier stationiert. Da es aus Bruchstein und Lehm erbaut wurde, dezimiert es sich bei jedem Regen und errinnert an eine der vielen Kasbahs Marokkos. Der Qued führt sehr viel Wasser und beherbergt Wasserschildkröten und Frösche und läd die Hunde zum Baden ein. Wir geniessen ein paar sonnig heisse Tage zusammen, kochen Camelfleischgerichte und tauschen Koordinaten aus.

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

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